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Apropos
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Apropos Gott

Auch innerhalb der Kirche hat Gott bei Vielen an Bedeutung und Verbindlichkeit eingebüßt und musste zu einem großen Teil dem Menschen weichen, der nun im Mittelpunkt des Geschehens stehe. Wenn wir nicht wieder Gott verkünden, den ernst zu nehmenden, in der Geschichte handelnden, personalen Gott, und wenn wir nicht wieder die anzustrebenden Tugenden und die zu vermeidenden Sünden ins Spiel bringen, sind all unsere Klagen und Anklagen und all unser Bemühen um sonst.

«An Gottes Segen ist alles gelegen!» Doch wer von uns Christen glaubt das noch wirklich? Selbst bei unseren Hirten ist diese Überzeugung nicht mehr überall zu finden. Zu viele leben nach dem Motto: «Das schaffen wir - notfalls auch ohne Gott.» Da brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn Gott sagt: «Bitte. Wenn ihre es besser wisst als ich, dann versucht es. Ihr werdet schon sehen.»

                             2019_09_16




Apropos Wandel

«Es ist ein verhängnisvoller Wandel im Menschenbild: Der sogenannt emanzipierte Mensch stellt nicht mehr Gott, sondern sich selbst ins Zentrum." las ich jüngst. Genau das ist das Problem. Wenn der Mensch und nicht mehr Gott im Zentrum steht, nützt kein Einsatz für Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, kein noch so schönes Ritual, kein Event und keine noch so tiefsinnige, schön formulierte Predigt mehr etwas, laufen all die verschiedenen Meditations- und Frömmigkeitsformen ins Leere, ist unser ganzes Bemühen reine Sisyphusarbeit. Dann können wir noch so viel und mit was wir wollen an die Ränder gehen. Wenn die tragende Rückbindung an das Zentrum von allem, an Gott, gekappt ist, sind wir den zentrifugalen Kräften dieser Welt ausgeliefert. Unsere Vorfahren wussten das noch. Wir Heutige müssen es wieder lernen.

                             2019_09_15




Apropos Zölibat

Die heutige Praxis geht NICHT auf das Trienter Konzil (1545-1563) zurück. Schon vom Konzil von Evira Anfangs 4. Jahrhundert ist im Kanon 33 das erste bekannte Zölibatsgesetz überliefert, und zwar klar nicht als neues Gesetz, sondern als eine Massnahme gegen eingerissene Nichtbeachtung bekannter Vorschriften. Eine ähnlich verbindliche Erklärung ist auch aus dem 2. Afrikanischen Konzil im Jahr 390 übermittelt. Dort ist auch die Aussage von Bischof Genetlius zur Enthaltsamkeit protokolliert: «damit so, was die Apostel gelehrt haben und was ein alter Brauch bewahrt hat, auch wir behüten.» Das Konzil von Trient sah sich in einer ähnlichen Lage wie die beiden hier erwähnten. Das auf die Apostel zurück gehende Gesetz wurde weitherum nicht mehr eingehalten, weshalb es wieder in Erinnerung gerufen und die Sanktionen angepasst werden mussten. 

Quelle: Alfons Maria Kardinal Stickler: «Der Klerikerzölibat, seine Entwicklungsgeschichte und seine
theologischen Grundlagen» 2. Auflage Seinen 17/18


                             2019_09_09




Apropos Beten

Es gibt sehr viele verschiedene Arten, Formen und Formeln des Betens, verschiedene Spiritualitäten und Traditionen, Lebensumstände und konkrete Einzelfälle. Wichtig scheint mir, dass wir das Wesen des Gebetes nie aus den Augen verlieren.

Beten nicht einfach ein Tun, so sehr es sich auch oft in solchem äussert. Beten ist immer zuerst eine Haltung, eine Ausrichtung auf Gott, die Beziehungspflege zu ihm. Mag es auch noch so sehr um unsere Sorgen und Nöte gehen, Gott muss im Zentrum stehen. Mag es uns noch so sehr erbauen, vielleicht sogar in Hochstimmung versetzen, Gott und sein Heiliger Wille muss das Ziel bleiben. Mögen wir auch noch so viel erhoffen, wir müssen uns bewusst bleiben, dass alles Gnade ist, was wir erhalten. So wichtig auch die Regelmässigkeit und auch die Gemeinschaft im Gebet sind, so gilt doch was einmal einer geschrieben hat: «Wir müssen nicht viel beten, wir müssen immer beten.» «Du bist bei mir, Herr, bleibe Du bei mir. Amen.»

                             2019_09_08




Apropos Traum

"Wir haben einen Traum" so hiess ein Kirchenlied bei uns, ich weiss nicht mehr vor wie vielen Jahren. Wir waren damals ziemlich frisch verheiratet. Mein Leben inzwischen hat mich gelehrt: Ein Christ träumt nicht! Er steht mit beiden Beinen auf dem Boden er Wirklichkeit, der Wirklichkeit dieser Welt einerseits und der Wirklichkeit Gottes andererseits. Er weiss um das Böse /den Bösen in dieser Welt und auch in sich selbst einerseits, aber andererseits auch um das viele Gute, das geschieht, an dem er mitwirken kann und nicht zuletzt um das Gute schlechthin, um Gott. Seine Erwartungen sind kein Traum, sondern ein unverbrüchliches Vertrauen in seinen «Vater im Himmel», seinen Sohn, unseren Erlöser aus Sünde und Schuld, und den Heiligen Geist, den Christus uns gesandt hat. So geht er seinen Weg durch diese Welt hin zur ewigen Heimat.

                             2019_09_05




Apropos Tagespolitik

Tagespolitik, auch nicht in der Klima- oder Sozialpolitik etc., gehört nicht zu den Aufgaben der Kirche. Das ist Aufgabe der Laien. Die Aufgabe der Kirche ist es, alle Menschen guten Willens durch die Verkündigung der frohen Botschaft zu einen (nicht politisch auseinander zu dividieren) damit sie in allen Fragen des Alltags Entscheide zu treffen vermögen, welche dem Willen Gottes entsprechen oder zumindest nicht zuwiderlaufen. Sie muss im zerstörerischen Egozentrismus gerade der modernen Zeit wieder Gott als Zentrum verkünden und das ewige Leben als Ziel, für welches es sich lohnt, nötigenfalls sogar auf das eigene «Recht» zu verzichten, damit andere nicht oder doch weniger leiden.  

                             2019_09_03




Apropos Sonntag

Die Gesellschaft benötige aktuell nicht nur einen "Friday for future", sondern auch einen "Sunday for future" las ich kürzlich in einem Bericht zur "Allianz für den freien Sonntag", welche die verkaufsoffenen Sonn- und Feiertage eindämmen will. Eine gute Aktion, wie mir scheint.

Doch müsste der "Sunday for future" nicht noch in einem ganz anderen Sinn ein Tag für die Zukunft werden? Müsste unser Sonntag nicht wieder der "TAG DES HERRN" sein? Ich glaube, erst dann hätten wir, unsere Kirche und die ganze Welt wieder eine Zukunft, hier und jetzt und für alle Ewigkeit. Denn: «AN GOTTES SEGEN IST ALLES GELEGEN!»

                             2019_09_01




Apropos  Reich Gottes

Beim Reich Gottes geht es nicht um eine Welt unter der Herrschaft des Christentums. Das wäre ja auch wieder nur eine Theokratie. Theokratien aber sind Zerrbilder des Reiches Gottes. Es geht um Gott und sein ewiges Reich, das hier und jetzt erst angebrochen ist. «Mein Reich ist nicht von dieser Welt.» spricht der Herr.

Dieses Reich Gottes bricht dort an, wo sich der Mensch aus freiem Willen, aus Liebe zu seinem Schöpfer, Gott dem Herrn unterwirft und sich bemüht, nach bestem Wissen und Gewissen dessen Willen zu tun, um so in das ewige Reich Gottes zu gelangen, wo kein menschliches Versagen und keine Sünde mehr das Heil aller stören oder gar zerstören kann. Das bedingt, dass wir nötigenfalls auch bereit sind, auf unser «Recht» zu verzichten, damit andere nicht, oder doch weniger leiden. Das geht nicht ohne die inständige Bitte: «Lehre uns, Herr, die irdischen Dinge so zu gebrauchen, dass wir die ewigen nicht verlieren!» Nur aus einer solchen Haltung heraus können wir vermeiden, dass wir weiterhin durch Wissenschaft und Technik, aber auch durch Ideologien aller Art versklavt, und an den Rand jenes Abgrunds getrieben werden, wo wir heute stehen.

                             2019_08_31




Apropos  Erotik

Von Erotik zwischen Christus und seiner Kirche sprach jüngst eine Religionsphilosophin. Für mich eine sehr fragwürdige Formulierung, verständlich eigentlich nur, wenn man das als Reaktion die sogenannte «Leibfeindlichkeit» von früher sieht. Der Mensch neigt nun einmal dazu, von einem Extrem ins andere zu fallen. So hat das Schlagwort von der Leibfeindlichkeit zu einer Überbewertung der Leibfreundlichkeit geführt, welche es nun sehr erschwert der Sexualisierung unserer Welt entgegen zu treten.

Das Heilmittel dagegen wäre meines Erachtens die Wiederentdeckung der Seele, und zwar jener unmittelbar von Gott geschaffenen, unsterblichen Seele (KKK 366), welche nicht mit der Psyche verwechselt werden darf. Laienhaft ausgedrückt gehört die Psyche zum sterblichen Leib, während die Seele das Göttliche, Unsterbliche in uns ist. Erotik ist ein Begriff, welcher heute ganz klar dem sterblichen Leib zugeordnet ist. Die Liebesbeziehung des Menschen zu Gott (wie immer man sie auch in menschlichen Worten nennen mag) entspringt seiner Seele. Ohne diese Seele wäre der Mensch dazu gar nicht fähig. Ohne diese Seele wäre er ein Tier wie jedes andere auch, wenn vielleicht auch auf einer höheren Entwicklungsstufe.

                             2019_08_27




 Apropos  Umkehr

All unser Einsatz für Friede, Gerechtigkeit, Klima- und anderen Umweltschutz etc. läuft ins Leere, solange wir nicht wieder «umkehren zu Gott, von dem wir uns so weit entfernt haben» (Jes 31,6), solange wir immer und überall den Menschen ins Zentrum stellen, statt Gott unseren Schöpfer und Herrn, und solange wir unsere Erlösung aus Sünde und Schuld durch das Kreuz Christi zurückweisen, weil wir nicht erlösungsbedürftig sein wollen. Wie lange wird nicht schon mit den verschiedensten Mitteln und Ideologien für eine bessere Welt gekämpft. Und es wird immer nur noch schlimmer. Neu spricht man von Lebensrealität um (fast) alles und jedes zu rechtfertigen. Vor der entscheidenden Lebensrealität des Bösen in der Welt und in uns selbst aber verschliesst man Augen und Ohren. So aber rennen wir mit offenen Augen in den Abgrund.
 
                             2019_08_26




Apropos  Handkommunion

Ich bin noch mit der Mundkommunion gross geworden und habe dann die Einführung der Handkommunion bewusst miterlebt. Wenn man mich heute fragen würde, was zuerst war, die Handkommunion oder der Verlust der Ehrfurcht, so würde ich sagen, der Verlust der Ehrfurcht, und zwar nicht nur vor dem Allerheiligsten, sondern vor allem Heiligen generell. Und das war die Folge des Paradigmenwechsels von gottzentriert zu menschzentriert, welcher schon vor dem Konzil begann. Diese Gottzentriertheit ist in der ausserodentlichen Form des lateinischen Ritus noch viel stärker erhalten geblieben als in der ordentlichen (besonders dort wo diese "unordentlich" zelebriert wird). Deshalb ist meines Erachtens entscheidend, ob es uns gelingt, diesen Paradigmenwechsel wieder rückgängig zu machen. Alles andere würde uns dann dazu gegeben werden. (vgl. Mt 6,33)

                             2019_08_25




Apropos  Kirche

Liegt das Problem darin, dass unsere Kirchen nicht mehr als das gesehen werden, was sie sind, nämlich Gotteshäuser. Für sehr viele Christen - nicht zuletzt auch sog. Engagierte - sind sie zu reinen Versammlungsräumen für unseren weltanschaulichen Verein und zu Eventhallen, welche möglichst vielen etwas zu bieten sollten, verkommen.

Ein erster Schritt wäre, dass die persönliche Begrüssung durch den Priester wieder weggelassen würde und wir uns auf die liturgische Grussformel: «Der Herr sei mit euch» oder ähnliche beschränken würden. Auf alle Fälle sollten die «Akteure» von allem, was im kirchlichen Raum geschieht, sich ostentativ bemühen, alles auf Gott auszurichten und die eigene Person und die eigene Meinung hintan zu stellen. Die Kirche muss wieder ein Raum der Einheit werden, der Einheit im Glauben, ein Ort, wo jeder wieder zu Gott finden kann in all den Streitereien in Politik und leider auch der Theologie.


                             2019_08_22




Apropos  knien vor Gott

Mit der Wiedereinführung der traditionellen Gebetspraxis wäre viel geholfen, schrieb jüngst jemand. Sicher. Aber wie wollen wir diese wieder einführen, wenn die spirituelle Haltung dahinter, die Gottesfurcht, die Ehrfurcht vor Gott, verloren gegangen ist? So wie ich es erlebt habe sind nicht die Änderungen der Gebetspraxis die Ursache dafür. Diese wurden erst möglich durch den schleichenden Paradigmenwechsel von gottzentriert zu menschzentriert. Wo Gott nicht mehr im Zentrum von allem steht, verkommt jedes Gebetsleben. Wo der Mensch im Zentrum steht machen Ehrfurcht und Anbetung etc. keinen Sinn mehr, werden die Haltungen, Zeichen und Formeln etc. zu reinen Ritualen zur Befriedigung der religiösen Bedürfnisse des Menschen.

Die Gottesfurcht ist Anfang der Erkenntnis. (Spr 1,7) Die Gottesfurcht ist Basis jeder Religion. Hier muss der Hebel angesetzt werden. Diese müssen wir zuallererst wieder verkünden. Gott muss für uns wieder wahrhaft Gott werden. Anders geht es nicht.

                             2019_08_20




Apropos  Gottesfurcht

Mit der Wiedereinführung der traditionellen Gebetspraxis wäre viel geholfen, schrieb jüngst jemand. Sicher. Aber wie wollen wir diese wieder einführen, wenn die spirituelle Haltung dahinter, die Gottesfurcht, die Ehrfurcht vor Gott, verloren gegangen ist? So wie ich es erlebt habe sind nicht die Änderungen der Gebetspraxis die Ursache dafür. Diese wurden erst möglich durch den schleichenden Paradigmenwechsel von gottzentriert zu menschzentriert. Wo Gott nicht mehr im Zentrum von allem steht, verkommt jedes Gebetsleben. Wo der Mensch im Zentrum steht machen Ehrfurcht und Anbetung etc. keinen Sinn mehr, werden die Haltungen, Zeichen und Formeln etc. zu reinen Ritualen zur Befriedigung der religiösen Bedürfnisse des Menschen.

Die Gottesfurcht ist Anfang der Erkenntnis. (Spr 1,7) Die Gottesfurcht ist Basis jeder Religion. Hier muss der Hebel angesetzt werden. Diese müssen wir zuallererst wieder verkünden. Gott muss für uns wieder wahrhaft Gott werden. Anders geht es nicht.

                             2019_08_17




Apropos  Gehorsam

In meine Internatszeit mussten wir einmal ein Gedicht auswendig lernen mit dem Titel: «Der Kampf mit dem Drachen» Darin zieht ein Mitglied eines Ritterordens gegen den Willen seines Abtes aus zum Kampf gegen einen Drachen, welche die ganze Gegend terrorisiert. Als er dann siegreich zurückkehrt, tritt ihm der Abt entgegen mit den Worten: «Gehorsam ist die erste Pflicht / des Ritters, der für Christus ficht. / Denn wo der Herr in seiner Grösse / gewandelt hat in Knechtesblösse / da stifteten auf heil’gem Grund / die Väter dieses Ordens Bund.»

Ich weiss nicht mehr genau, wie die Geschichte ausgegangen ist. Ich weiss nur noch, dass ich die Haltung dieses Abtes damals nicht ganz begriffen habe. Und auch heute noch habe ich keine wirklich befriedigende Antwort auf die Frage, was denn so schlecht gewesen sein soll an der konkreten Tat dieses mutigen Helden. Inzwischen habe ich aber sehr oft die Erfahrung gemacht, dass ein gut, vielleicht sogar sehr gut gemeinter Ungehorsam viel Unordnung, Streit, und Leid gebracht hat, oder dass es sich schlussendlich zeigte, dass der Gehorsam viele Folgen und Nebenwirkungen vermieden und/oder dem Besseren zum Durchbruch verholfen hätte.

Nach einer solchen Erfahrung fragte ich mich kürzlich, ob wir nicht alle immer wieder zum Kampf für oder gegen dieses oder jenes antreten, und dabei dem Kampf gegen die alte Schlange ausweichen, welche uns einflüstert, wir könnten selber wissen und entscheiden, was richtig und was falsch, was gut und was böse ist. Der Herr hat es uns vorgelebt. «Er war gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.» (Phil 2,8)

                             2019_08_15




Apropos  Taborstunden

Taborstunden gibt es in jedem Leben. Wir müssen lernen, solche mit den offenen Augen des Glaubens zu sehen. Wir müssen uns aber auch bewusst bleiben, dass der Herr nicht alle seine Jünger auf den Berg mitgenommen hat, dass vielleicht auch wir solches weniger oder weniger intensiv erleben. Er allein weiss, was jeder braucht und was nicht. Bewusst sein aber müssen wir uns auf jedem Fall auch, dass der Herr den drei auserwählen Jüngern nicht erlaubt hat, «drei Hütten zu bauen», sich dort häuslich niederzulassen. Wenn auch wir aus solchen Stunden wieder hinunter steigen müssen, vielleicht sogar in die finstere Schlucht des Alltags, dann müssen wir lernen, auch das mit Dankbarkeit anzunehmen. Auch die Stunden am Ölberg und am Kreuz gehören zur Nachfolge. Die Nachfolge bis zuletzt aber führt zur Auferstehung.

                             2019_08_14




Apropos  Liturgie

Solange wir nicht wieder die Heilige Eucharistie, dieses Zentrum und Höhepunkt unseres christlichen Lebens, von A bis Z, voll und ganz auf Gott ausrichten, auf den ganzen, dreifaltig einen Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, dem wir dieses heilige und lebendige Opfer darbringen, ist alles Ändern und Schrauben an den Formen etc. reine Sisyphusarbeit. Solange unser Gottesdienst nicht wieder zuerst Gott "dient" und dann dem Menschen dadurch, dass er sein ganzes Leben immer wieder neu ganz auf Gott ausrichtet, wird er immer mehr zu einem Angebot unter vielen, das mit all den Angeboten dieser Welt nicht mithalten kann. Kirche ist Einheit im Glauben an und in der Ausrichtung auf Gott. «Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe» (Mt 3,2)

                             2019_08_11




Apropos  Mission

In der Vorbereitungssitzung zu Amazonien-Synode sagte ein Missionar: „Ich arbeite seit Jahren im Amazonasgebiet. In den 1970er und 1980er Jahren waren wir der Meinung, dass wir die Missionsarbeit hintanstellen sollen, um uns stärker um die sozialen und humanitären Probleme zu kümmern. Nach 20 Jahren stellten wir aber fest, dass die Menschen ohne das Evangelium sich voneinander isolieren und egoistisch werden.» (Quelle: https://www.kath.net/news/68790)

Endlich einmal ein klares Eingeständnis, dass eine «sozialistische» Missionsarbeit (nicht nur im Amazonasgebiet sondern auch bei uns! - so meine persönliche Meinung.) gründlich versagt hat. Nur sollte man nun daraus die nötigen Konsequenzen ziehen und wieder gottzentriert statt menschzentriert missionieren. Die Amazonien-Synode scheint das immer noch nicht begriffen zu haben, genauso wenig wie unsere deutschen (und auch andere) Bischöfe, welche ihre «Seelsorge» weiterhin auf das irdische Heil des Menschen auszurichten. «Euch aber muss es zuerst um SEIN Reich und um SEINE Gerechtigkeit gehen» sagt uns der Herr. (Mt 6,33)

Mission baut auf "Worte des ewigen Lebens!» (vgl. Joh 6,68) Dann wird uns alles andere dazugegeben. Andernfalls ist all unsere Arbeit auf Sand gebaut.

                             2019_08_10




Apropos  Glaubenswissen

Schon das Konzil, das ein pastorales sein wollte, produzierte ein dickes Buch mit vielen schönen, theologischen Umschreibungen, statt die Glaubensgrundlagen neu darzulegen, klar zu definieren und einfach zu erklären. Das Gleiche passierter dann bei der Liturgiereform. Man wollte alles verbessern ohne sich darum zu kümmern, was genau hinter den Formen und Texten des Alten steckte. So war man dann nicht in der Lage, das Neue sauber aufzubauen und noch weniger dies den Gläubigen verständlich zu erklären. So entstand dann auch der Ritenstreit. Und auch heute geht das so weiter: Man produziert Papiere. Ob und wie diese dann bei den Adressaten ankommen, verstanden und umgesetzt werden, interessiert kein Schwein. Dabei hat uns der Herr nicht gesandt zu diskutieren (und noch weniger zu dialogisieren) sondern zu verkünden. Doch wer verkündet heute Beauftragten, was sie nun genau zu verkünden haben und was nicht? Komm, Heiliger Geist!

                             2019_08_08




Apropos  worum es geht

Es geht für uns Christen nicht zuerst darum, Almosen zu verteilen oder gar Hoffnungen auf eine bessere Welt hier und jetzt zu wecken, sondern jenes Reich Gottes zu verkünden, für welches Christus am Kreuz einen teuren Preis bezahlt hat, wie Paulus sagt. (1.Kor 7,23) Es geht darum: «Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.» (Mt 28,19-20) Das muss unsere erste Sorge sein, damit uns alles andere dazu gegeben werden wird. (vgl. Mt 6,33)

                             2019_08_08




Apropos  Christ sein

Müssten uns nicht viel mehr überlegen, was Christ sein genau heisst? Für mich bedeutet das je länger je mehr in einer Beziehung zu unserem dreifaltig einen Gott zu leben, zum Vater und zum Sohn und zu Heiligen Geist. Jede echte Beziehung aber beruht auf Gegenseitigkeit, also auch die Gottesbeziehung. Dass Gott diese Beziehung zu uns will und lebt, das sagt uns unser Glaube. Dass er sich dafür unsere Beziehung zu ihm wünscht, das sagt schon allein unser Anstand. Dass er treu ist, das sagt uns die Schrift. Dass wir selber immer wieder versagen, das wissen wir genau. Dass Christus für uns gestorben ist, das schenkt uns die Gewissheit, ihm immer und überall vertrauen zu dürfen. Und dieser Gedanke will uns helfen, diese Beziehung immer und überall zu suchen und zu pflegen.

                             2019_08_03




Apropos  Ehelosigkeit

Auch wenn heute beim Zölibat, aber auch bei den Ordensgelübden, von Ehelosigkeit die Rede ist, so ist es doch - gerade heute - ein falscher Begriff. Ehelosigkeit gibt es heute aus allen möglichen und unmöglichen Gründen. Die geforderte Tugend aber ist die Keuschheit.

                             2019_07_29




Apropos  Dreifaltigkeit

Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter hat viele verschiedene Aspekte. Man könnte tagelang darüber diskutieren. Es wäre zum Beispiel wirklich interessant gewesen, wenn der Herr ein Wort über die Räuber verloren hätte. So denke ich mir, dass Christus auch in diesen irgendwie Menschen, meine Nächsten, sehen könnte, welche unter die Räuber (Satan und seine bösen Geister) gefallen sind und deshalb genauso unsere Liebe, unsere Hilfe (zur Umkehr) benötigen. Dann könnte man unsere Vergebung auch als das Öl und den Wein sehen, die wir in ihre Wunden giessen sollten. Das aber wäre dann schon «hohe Schule» der Nächstenliebe oder besser gesagt der Feindesliebe. Ich selber kann nur hoffen und beten, dass er mich nie auf diese Probe stellen wird.

                             2019_07_25






Apropos  Verkündigung

Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter hat viele verschiedene Aspekte. Man könnte tagelang darüber diskutieren. Es wäre zum Beispiel wirklich interessant gewesen, wenn der Herr ein Wort über die Räuber verloren hätte. So denke ich mir, dass Christus auch in diesen irgendwie Menschen, meine Nächsten, sehen könnte, welche unter die Räuber (Satan und seine bösen Geister) gefallen sind und deshalb genauso unsere Liebe, unsere Hilfe (zur Umkehr) benötigen. Dann könnte man unsere Vergebung auch als das Öl und den Wein sehen, die wir in ihre Wunden giessen sollten. Das aber wäre dann schon «hohe Schule» der Nächstenliebe oder besser gesagt der Feindesliebe. Ich selber kann nur hoffen und beten, dass er mich nie auf diese Probe stellen wird.

                             2019_07_23






Apropos  Feindesliebe

Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter hat viele verschiedene Aspekte. Man könnte tagelang darüber diskutieren. Es wäre zum Beispiel wirklich interessant gewesen, wenn der Herr ein Wort über die Räuber verloren hätte. So denke ich mir, dass Christus auch in diesen irgendwie Menschen, meine Nächsten, sehen könnte, welche unter die Räuber (Satan und seine bösen Geister) gefallen sind und deshalb genauso unsere Liebe, unsere Hilfe (zur Umkehr) benötigen. Dann könnte man unsere Vergebung auch als das Öl und den Wein sehen, die wir in ihre Wunden giessen sollten. Das aber wäre dann schon «hohe Schule» der Nächstenliebe oder besser gesagt der Feindesliebe. Ich selber kann nur hoffen und beten, dass er mich nie auf diese Probe stellen wird.

                             2019_07_20



Apropos  Werke der Barmherzigkeit

Falsch wäre es meines Erachtens wenn wir einerseits, die Barmherzigkeit auf die Flüchtlingsfrage etc. reduzieren und dabei unsere Allernächsten vergessen oder gar benachteiligen würden, andererseits, wenn wir die Werke der Barmherzigkeit auf die leiblichen beschränken und die geistlichen vergessen würden, und drittens, wenn wir die «zufälligen» übersehen würden , jenen, welche uns Gott in unserem konkreten Leben und Alltag «zufallen» lässt.

Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter bezieht sich auf einen einzigen Aspekt der christlichen Barmherzigkeit. Der Vollständigkeit halber hier noch die Liste der 14 Werke der Barmherzigkeit, welche sich im Leben der Kirche herausgeschält haben. Wir sollten davon keines bevorzugen oder vernachlässigen.

•    Die Hungrigen speisen.
•    Den Dürstenden zu trinken geben.
•    Die Nackten bekleiden.
•    Die Fremden aufnehmen.[2]
•    Die Kranken besuchen.
•    Die Gefangenen besuchen.
•    Die Toten begraben.
•   
•    die Unwissenden lehren.
•    die Zweifelnden beraten.
•    die Trauernden trösten.
•    die Sünder zurechtweisen.
•    den Beleidigern gerne verzeihen.
•    die Lästigen geduldig ertragen.
•    für die Lebenden und Verstorbenen beten.

                             2019_07_18




Apropos  barmherziger Samariter

Im Gespräch nach dem Gottesdienst heute erzählte mir ein indischer Priester, der in der Schweiz studiert, die Väter hätten noch einen anderen Aspekt des Gleichnisses gekannt. Darin sei der barmherzige Samariter Christus selbst, der unter die Räuber gefallene sei der Mensch, die Herberge sei die Kirche, und mit dem Öl und der Wein seien die Sakramente, vornehmlich die Heilige Beichte gemeint.

Wenn wir aber im barmherzigen Samariter auch unseren Herrn sehen, dann umfasst doch unsere Nächstenliebe als Nachfolge Christi nicht nur die leiblichen Werke der Barmherzigkeit, sondern auch die geistlichen. Dann müssen wir doch auch unsere geistlich leidenden Nächsten sehen, uns ihnen zuwenden, ihre Wunden reinigen und verbinden, und sie zur Herberge der Kirche bringen, wo sie gesund werden und sich erholen können. Dort können wir dann auch unsere «Denare» des Gebetes für sie hinterlegen, damit wir uns alle einst in der ewigen Heimat wiedersehen werden.

                             2019_07_15




Apropos  Gottes Liebe

«Sich von Gott "finden" und lieben zu lassen über alles eigene Suchen, Wagen und Tun hinaus.» Ja, auch das gehört dazu. Wir haben aber heute ein grosses Problem (das wir vermutlich unserer einseitigen Verkündigung verdanken), dass wir uns ganz gerne von Gott lieben lassen (und alles tun um in den Genuss eines solchen Gefühls zu kommen), aber dass es auch heisst: «Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.» (Mk 12,30), das vergessen wir nur allzu gerne. Dabei beruht doch jede wahre Beziehung auf Gegenseitigkeit, also auch die Gottesbeziehung. Erfahren wir vielleicht deshalb Gottes Liebe oft so wenig, weil wir uns zu wenig bemühen, ihn wahrhaft zu lieben, auch dort, wo wir ihn nicht mehr verstehen? Wahre Liebe aber ist nicht nur ein Gefühl. Sie ist immer auch ein Willensakt.

                             2019_07_14




Apropos  gesellschaftpolitisch

"Die gesellschaftspolitischen Anliegen zu vertreten" ist - wenigstens so wie das Evangelium in meiner Jugend verkündet wurde – nicht der Grund, weshalb der Sohn Gottes Mensch geworden ist, sondern: «er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.» (vgl. Mt 1,21 / Ps 130,8) Je mehr der Mensch sich aus seinen Sünden erlösen lässt, desto mehr kommen dieses Reich Gottes und jene Gerechtigkeit, von denen der Herr verspricht, dass uns alles andere hinzu gegeben werden wird. (vgl. Mt 6,33) Darum kann es nur heissen: «Kehrt um zu ihm, Israels Söhne, / zu ihm, von dem ihr euch so weit entfernt habt.» (Jes 31,6) Wir müssen wieder das wollen (und von unseren Gremien fordern) was Gott will, nicht das, was die Menschen wollen. (vgl. Mk 8,33) Und wir müssen wieder mit dem Kreuz gehen, Christus mit seinem Kreuz bekennen, wie Papst Franziskus sagt. «Ohne mich (und mein Kreuz) könnt ihr nichts vollbringen.» (vgl. Joh 15,5)

                             2019_07_10




Apropos   Wahrheit

Immer wieder erleben wir Diskussionen im Bereich des Glaubens, welche zu meiner Jugendzeit noch undenkbar gewesen wären. Die allermeisten, auch der einfachen Gläubigen, wussten damals noch ziemlich genau, was die Kirche lehrt - gerade auch in Bezug auf Kreuz, Sünde, Erbschuld, Todsünder, Busse, Vergebung, Beichte, Reue (vollkommene und unvollkommene) etc. Wenn Fragen waren bekam man von allen Geistlichen die praktisch gleichen Antworten.

Das Unwissen, das sich heute in fast allen Diskussionen zu Glaubensfragen zeigt, ist erschreckend. Aber es ist andererseits auch wieder ähnlich der Situation in allen anderen Bereichen. Der Mensch wird immer mehr dem Computer ähnlich. Er hat eine Unmenge an Wissen gespeichert. Aber wenn es um die Wahrheit geht, oder wenn die Zusammenhänge ausgelotet werden müssten, dann versagt er jämmerlich. Und von drei «Experten» erhält er fünf verschiedene Meinungen.

«Wohin soll ich mich wenden?» Mindestens unsere Kirche sollte wieder ihre Aufgabe wahrnehmen, «die Wahrheit zu verkünden, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit».
 
                             2019_07_08 




Apropos   Vergebung (2)

Im Evangelium von heute ist mir ein Wort unseres Herrn aufgefallen, das meines Erachtens auch in diesem Zusammenhang sehr hilfreich sein kann. «Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren.» (Lk 10,5-6) Meinen Schuldigern zu vergeben dürfte einiges leichter fallen, wenn wir diesen Gedanken auch auf unser Problem anwenden. Wenn die Person, der wir vergeben, der Vergebung würdig ist und fähig sie zu empfangen, dann wir sie auf ihm ruhen; andernfalls wird sie zu uns zurückkehren. Handelt nicht auch Gott an uns genauso?
 
2019_07_07



Apropos   Vergebung

Je mehr ich es mir überlege desto mehr denke ich, dass ein grosses Problem von heute ist, dass wir Gottes Gerechtigkeit verdrängen, wenn nicht gar leugnen, dass wir nur noch seine Liebe und Barmherzigkeit gelten lassen. Das ist sehr bequem, wenn es um unsere eigene Schuld geht. Das aber schafft ein Riesenproblem, wenn es um die Schuld anderer geht. Dann müssen wir nämlich selber unser Recht einfordern, ja erkämpfen. Wären wir uns mehr bewusst, dass schlussendlich Gott der gerechte Richter der Lebenden und der Toten ist, bei dem es weder faule Ausreden noch billige Entschuldigungen gibt, so könnten wir leichter dem Nächsten verzeihen und dabei Gott sagen: «Ich verzeihe ihm, d.h. ich bemühe mich, weil Du es willst. Aber ich vertraue darauf dass Du mir zu meinem Recht verhelfen wirst, auf deine für uns Menschen oft so unergründliche Art.»



Apropos   Weisheit

«Die Weisheit ist weiblich!» behauptete jüngst eine Feministin. Wer würde dem widersprechen. Die Weisheit hat einen weiblichen Artikel in allen Sprachen, die ich kenne. Sie zeichnet sich aber auch durch eine sehr weibliche Eigenschaft aus, die Bereitschaft zum hingebenden Dienen. Sie ist sich nicht Selbstzweck, sie dient Gott und sie dient uns Menschen. Sie hat zwar eine sehr grosse Macht, aber nicht die Macht des Mannes, der dazu neigt, sich mit Gewalt durchzusetzen. Ihre Macht besteht darin, dass sie sich dienend als unentbehrlich erweist, sodass auch der stärkste Mann nicht um sie herumkommt. Sie befiehlt nicht, sie stellt sich nicht über andere, aber sie leitet alle und alles mit den Waffen der Frau. Sie ist eine der grössten Gaben, die Gott einem Menschen schenken kann.



Apropos   Die Waffen der Fau

Unsere Vorfahren haben oft von "den Waffen der Frau" gesprochen. Sie meinten damit jenen Wesenszügen und Eigenschaften, mit welchen sie uns Männer zum Teil massiv überlegen sind. Sollten wir nicht miteinander (und nicht gegeneinander) überlegen, welche das sind und wie wir diese am besten zum Nutzen der Gemeinschaft einsetzen können. (Vielleicht würden wir uns dann auch wieder mehr unserer je eigenen Schwächen bewusst werden, welche wir mit der Hilfe Gottes energisch angehen sollten.)



Apropos Heiliger Geist

Die Lehre der Kirche ist klar: Gott ist der dreifaltig Eine, also ein Wesen in drei konkreten Personen. Dementsprechend ist der Heilige Geist genauso eine konkrete Person wie der Vater und der Sohn. Zu ihm können wir genauso eine ganz persönliche Beziehung aufbauen und pflegen wie zum Vater und dem Sohn. Wir dürfen nur auch ihn nicht aus dem einen Wesen, Gott, herauslösen, so wie wir es auch mit den beiden anderen Personen nicht tun dürfen. Dieses von Gott selbst geoffenbarte Geheimnis erschliesst sich uns im Glauben, soweit wir es in unserer menschlichen Begrenztheit überhaupt zu erfassen fähig sind. Deshalb sollten wir auch wo immer möglich ganz klar vom Heiligen Geist sprechen und irgendwelche schwammige oder gar verharmlosende Umschreibungen meiden. «Herr, ich glaube, hilf meinem Unglauben». (Mk 9,24)



Apropos Gebet

Die Quintessenz einer Diskussion zum Stundenbuch war klar: Ja, es geht im Leben aus dem Glauben nicht ohne eine regelmässige, bewusst gepflegte Gottesbeziehung im Gebet. Wie jede Beziehung ist auch die Gottesbeziehung nur echt in der Gegenseitigkeit, auch wenn dabei - etwas weltlich ausgedrückt - Gott den grössten Teil leistet. In unserem eigenen Interesse erwartet er von uns, dass auch wir unseren Teil beitragen.

Das Stundengebet ist eine sehr gute Möglichkeit, diese Gegenseitigkeit zu pflegen. Für andere ist es vielleicht das tägliche Rosenkranzgebet. Um neu zu beginnen genügt oft auch die Wiederbelebung des Morgen- und Abendgebetes, des Tischgebetes und nicht zuletzt der Stossgebete. Hohe Schule ist es dann wohl all das harmonisch zu vereinen.

2019_06_24  


Apropos Kirche

Kirche sei zu verstehen als ein Miteinander an einem wärmenden Feuer, erklärte gemäss unserer Zeitung jüngst eine reformierte Pfarrerin. Der Spruch könnte auch in einer modernen katholischen Kirche gefallen sein. Und an sich ist er nicht einmal falsch. Das Problem ist nur, dass heute praktisch niemand mehr verkündet und dass deshalb fast niemand mehr wirklich weiss und glaubt, was - das heisst natürlich wer - dieses wärmende Feuer ist. Das Problem ist, dass dieses Feuer im Miteinander von uns Menschen gesucht wird, statt im real existierenden, personalen, in der Geschichte handelnden, dreifaltig einen Gott, in der Beziehung zu ihm. Das Problem ist, dass das Miteinander unter uns Menschen als von uns selber machbar angesehen wird, dass Gott zur Randfigur in unserer Welt und Kirche geworden ist. Das Problem ist, dass der moderne Mensch in allem anderen sein Heil sucht, nur nicht mehr im Kreuz, in der Erlösung aus Sünde uns Schuld durch Tod und Auferstehung unseres Herrn. «Wenn die Trompete unklare Töne hervorbringt, wer wird dann zu den Waffen greifen? (1.Kor 14,8) Neuevangelisation ist dringend geboten.



Apropos glauben

«Glauben heisst für wahr halten, was Gott uns geoffenbart hat.» So lernten wir es damals in unserem Religionsunterricht. Wie aber kann der Mensch von heute glauben, wenn er nicht mehr glaubt, dass sich Gott uns geoffenbart hat? Doch wie kann er an eine Offenbarung Gottes glauben, wenn niemand mehr ihm das zu verkünden wagt? Und wie kann jemand diese Verkündigung wagen, wenn er selber nicht mehr wahrhaft glaubt?

Der Schritt aus diesem Teufelskreis heisst: «Herr, ich glaube, hilf meinem Unglauben!» (Mk 9,24) Der Glaube ist ein Geschenk Gottes, lehrt uns die Kirche. Aber er ist ein Geschenk, das man annehmen muss. In diesem Sinn ist er auch ein Willensakt. «Ich will! / Das Wort ist mächtig, Spricht's einer ernst und still; / Die Sterne reißt's vom Himmel / Das eine Wort: Ich will!» Wenn dies irgendwo gilt, so sicher hier. Wenn das Unmögliche möglich werden kann, so hier. Aber, wenn der Mensch irgendwo wirklich frei ist, so genau hier.



Apropos Politik

Es ist gut, dass unser Heiliger Vater uns daran erinnert, dass wir uns politisch engagieren müssen. Das gehört zu den Aufgaben von uns Christen, von uns Laien. Wir dürfen die Politik nicht den anderen überlassen, auch nicht den kirchlichen Funktionären. Die Kirche hat die Aufgabe, uns in den grundlegenden Fragen zu belehren. Wenn wir Laien dann nicht in der Lage sind, die Tagespolitik christlich zu gestalten, dann hat sie etwas falsch gemacht.

Wir dürfen nie vergessen, dass Politik immer mit Parteiungen zu tun hat, die Kirche aber für Gemeinschaft steht, für eine Gemeinschaft über alle politischen und anderen Polarisierungen hinweg, für eine Gemeinschaft im Glauben. «Schuster bleib bei deinen Leisten!» Nur so tragen wir die unvermeidlichen politischen Streitereien nicht in unsere Kirche hinein.



Apropos Umweltschutz

«Ich habe genug vom Umweltschutz.» erklärte mir jüngst ein Freund. Als ich ihn komisch ansah erklärte er: «Ich kämpfe für die Bewahrung der Schöpfung!» Als ich ihm entgegnete, das sei doch das selbe, meinte er: «Gar nicht! Umweltschutz ist menschzentriert. Bewahrung der Schöpfung ist theozentriert. Ist Dir nicht auch schon aufgefallen, wie selbst in unserer Kirche kaum noch die Rede von der Bewahrung der Schöpfung ist? Wie überall heute geht es immer mehr nur noch darum, was wir Menschen wollen, wie wir uns unser Heil vorstellen. Dass Gott vielleicht auch ein Wörtchen mitreden möchte, dass er vielleicht sogar die besseren Lösungen hat, das interessiert heute kein Schwein mehr. Und dass der Mensch schon einmal alles besser wissen wollte und damit die Welt ins Unheil stürzte, das wird tunlichst verschwiegen. Dann muss man nämlich auch nicht mehr davon sprechen, dass Gott uns schon erlöst hat, am Kreuz, nach seinem Plan und Willen, sodass wir nur noch umkehren müssten zu ihm, von dem wir uns so weit entfernt haben.»



Apropos Relativismus


Ich hatte gestern eine Diskussion zum Thema Gleichberechtigung mit einem bekennenden Relativisten. Dabei zeigte sich sehr deutlich das Problem dieser Leute. Sie selber haben keine sachlichen Argumente. Sie können ja logischerweise gar keine solche haben, wenn alles relativ ist. Sie sind aus dem gleichen Grund aber auch nicht in der Lage, auf sachliche Argumente einzugehen. So bleibt alles auf der Ebene von Behauptungen. Das führt dann zu Geschrei, Trotzreaktionen und Wutausbrüchen.

Das andere Problem ist, dass für solche Leute auch Gott in solchen Diskussionen nichts zu suchen und zu sagen hat. Man müsste ihn ja sonst als absolute Wahrheit anerkennen und damit den Relativismus an sich relativieren, wenn nicht gar widerlegen.

So aber verkommt die  – gerade aus diesen Kreisen – so oft beschworene Dialogfähigkeit zwangsläufig zur Farce.



Apropos konservativ


„"Ja sicher, wir müssen uns bewegen", sagte der Konservative, drehte sich um und ging zurück.“ spottete einer auf seinem Twitter. Ein Follower antwortete prompt: „denn er erinnerte sich an das Wort des Propheten: "Kehrt um zu ihm, Israels Söhne, / zu ihm, von dem ihr euch so weit entfernt habt.“ (Jes 31,6)"



Apropos Selbstverwirklichung


«Gott ist ein Gentleman, der sich vor uns niederkniet.» las ich kürzlich irgendwo. Das ist sicher nicht falsch, wenn es richtig verstanden wird. Aber für mich «vorkonziliaren Menschen» stimmt das so nicht. Für mich ist Gott kein Gentleman, sondern schlicht und einfach Gott, vor dem ich niederknie. Er ist der Herr. Er will im Zentrum meines Lebens stehen, damit ich mich nicht selbst ins Zentrum stelle. Er will, dass ich glaube, ihm glaube. Er will, dass ich ihm vertraue, seiner Allmacht und seiner Vorsehung. Er will, dass ich ihn liebe, mit all meiner Kraft. Alles andere, seine Erlösertat für uns, seine Liebe und Nähe, seine Barmherzigkeit etc. sind unverdiente Geschenke, für die mir nichts anderes übrigbleibt als zu danken, ihn zu loben und mich in Demut zu bemühen, seinen Willen zu tun. Ich bin überzeugt, dass meine wahre Selbstverwirklichung die Verwirklichung des Willens Gottes mit mir ist. «Alles meinem Gott zu Ehren!» und «An Gottes Segen ist alles gelegen!» Das haben mir meine Eltern ins Leben mitgegeben. Ich weiss, das ist heute schwer zu verstehen.



Apropos Wohlergehen

«Auf dass es dir wohl ergehe und du lange lebest auf Erden»

Wenn wir in die moderne Verkündigung hinein hören, so tönt es oft so, als sei dies der Sinn unseres Lebens. Aber diese Worte – hier in der Formulierung, welche wir in meiner Jugendzeit auswendig lernen mussten – stehen in der Schrift nicht als Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. «Ehre deinen Vater und deine Mutter, wie es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht hat, damit du lange lebst und es dir gut geht in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt» lautet die ganze Stelle in Dtn 5,16. Wohlergehen und langes Leben sind also eine Folge der Einhaltung der Gebote. Und die Einhaltung der Gebote ist (oder sollte) nichts anderes sein als die Folge unserer Liebe zu Gott. «Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt …» (Joh 14,21) Etwas vereinfacht ausgedrückt könnte man also durchaus sagen: «Wir sind auf Erden um Gott zu lieben. Alles andere wird uns dann hinzu gegeben werden. (vgl. Mt 6,33)



Apropos "Der Schrei nach Liebe!"

Ich frage mich, warum heute so viele Menschen nach Liebe schreien, wo doch unsere modernen Theologen nicht müde werden von Gottes Liebe und Nähe zu uns zu predigen. Liegt es vielleicht daran, dass die so oft beschworene bedingungslose und grenzenlose Liebe Gottes nicht glaubwürdig ist, dass sie in den Stürmen des Lebens keinen Halt bietet? Liegt es vielleicht daran, dass Gott nicht mehr Gott sein darf, nicht mehr der gerechte Richter der Lebenden und der Toten, und demzufolge auch nicht mehr jener, zu dem wir mit dem Psalmisten schreien dürfen: "Herr, schaffe mir Recht gegen meine Feinde!" Liegt es daran, dass niemand mehr überzeugt und überzeugend von Gottes Gnade und Hilfe und von seiner Vorsehung spricht, auf die wir in jeder Situation vertrauen dürfen, auch wenn wir sein Handeln in dieser Welt oft nicht sehen und verstehen. Liegt es daran, dass uns niemand mehr anleitet in einer alltagstauglichen Beziehung zu ihm zu leben?



Apropos Fürssprecher

Im «Freitagsclub», wo wir «Alten» der Siedlung – ein jeder je nach Lust und Laune – zusammensitzen und «die Welt wieder auf den richtigen Standpunkt setzen» kam wieder einmal das Thema «Vitamin B» zur Sprache. Von da war es dann nicht weit bis zur Politik. Ja, wir Senioren hätten einfach keine richtige Lobby im Bundeshaus. Zu meinem persönlichen Abendgebet an diesem Tag gehörte dann das «Unter Deinen Schutz und Schirm» wo die Muttergottes angesprochen wird als «unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin».

Wenn ich zurückdenke an meine Jugend, da hatten wir bei Gott noch zumindest diese Fürsprecherin, die wir gerne anriefen. Und da hatten wir auch noch unsere persönlichen Schutzengel, unseren Namenspatron und all die vielen anderen Engel und Heiligen, ob sie nun im liturgischen Kalender vorkamen und in der Allerheiligenlitanei oder nicht. Das alles hat uns die moderne Theologie weitgehend genommen. Ob es aber richtig ist, auf dieses ganze Heer von «Lobbyisten» im Himmel zu verzichten, das wage ich zu bezweifeln. Wie das genau funktioniert, das wissen wir nicht. Dass es «funktioniert» ist eine Erfahrung unzähliger Menschen. Und in einer solchen Volksfrömmigkeit lassen sich viel leichter die ganze Nähe Gottes und seine unendliche Grösse zu einem Ganzen verbinden, zu einer ganz persönlichen Beziehung zu ihm, ohne zuerst dicke Bücher darüber lesen oder gar schreiben zu müssen.



Apropos relativ

"Ein junger Naseweis sprach einst zu seinem alten Rabbi: "Es ist doch alles relativ." Dieser schwieg eine Weile, dann antwortete er bedächtig: "Ja, Du hast Recht. Alles ist relativ, sogar die Tatsache, dass alles relativ ist."


Apropos Verkündigung

Seit langer Zeit schon geben sich viele Theologen sehr viel Mühe für eine Verkündigung, welche bei den Menschen ankommen soll. Mit wohlausgewogenen Worten, mit der Verharmlosung des Bösen, und der Verniedlichung Gottes, mit der Leugnung der Sünde und deren Darstellung als blosses Versagen versuchen sie, die Kirche für den Menschen von heute wieder schmackhaft zu machen. Und der Erfolg ist – gelinde gesagt - praktisch null.
Aber, ist das wirklich eine ganz neue Entwicklung? Hatte nicht schon Paulus solche "Mitarbeiter", sodass er schreiben musste: "Denn Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkünden, aber nicht mit gewandten und klugen Worten, damit das Kreuz Christi nicht um seine Kraft gebracht wird." (1.Kor 1,17) Müsste nicht auch die Kirche von heute wieder umkehren und zu einer Verkündigung zurückkehren, welche uns Christus als den Gekreuzigten vor Augen stellt, sodass wir im Kreuz wieder Gottes Kraft und Gottes Weisheit erkennen? (Vgl. 1.Kor 1,23-24) 

Apropos Dankbarkeit

Die Dankbarkeit gegenüber Gott wird heute sehr oft vergessen. Dabei ist doch Dankbarkeit Gott gegenüber eine der besten Möglichkeiten, die wir haben, die Beziehung zu ihm zu pflegen. Was fehlt Gott, das ich ihm schenken könnte? Wenn also meine Beziehung zu ihm nicht einseitig sein soll, dann bleibt mir doch nur die Dankbarkeit. Eine einseitige Beziehung aber ist keine Liebe. Wenn Gott unsere Liebe fordert, so doch wohl zuerst in der Form der Dankbarkeit. Aus der Dankbarkeit nämlich wächst ein Gefühl, das ich getrost Liebe nennen kann. Und Dankbarkeit ist andererseits etwas, womit ich meine Liebe zeigen kann, auch wenn das Gefühl im Augenblick schweigt. Ja, Dankbarkeit ist sogar dann möglich, wenn mein ach so wichtiges, kleines "Ich" beleidigt ist.
(Quelle: Heiligkeit für Anfänger Seite 42)


Apropos bedingungslos

Eine Barmherzigkeit, auf welche ich Anspruch habe, ist keine Barmherzigkeit, sondern ein Recht, und demzufolge eine Pflicht des Anderen. Wenn wir also von einer grenzenlosen und bedingungslosen Barmherzigkeit Gottes sprechen, dann müssen wir aufpassen, dass darunter nicht ein Pflicht Gottes verstanden wird, uns und allen anderen (mit bestimmten, von uns Menchen definierten Ausnahmen natürlich) Barmherzigkeit zu gewähren.
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Apropos Lebenswirklichkeit

Die Lebensrealität aller Zeiten und Kulturen ist es, dass es das Böse in der Welt und im Menschen, ja in mir selber gibt. Wie kann man diese also als Quelle der Offenbarung erklären? Das Einzige, was sie uns offenbart, ist die Wahrheit der Erbschuld, der von den Stammeltern ererbten Neigung des Menschen, sein zu wollen «wie Gott und zu erkennen Gut und Böse». (vgl. Gen 3,5)
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Apropos Auferstehung

Christus ist auferstanden. Er ist nicht einfach zurück im Leben. Er ist nicht einfach zurückgekehrt in sein irdisches Leben von damals. Er ist mit in seinen verklärten Leib auferstanden zu seiner ewigen Herrlichkeit. Er ging uns voraus, uns eine Wohnung beim Vater zu bereiten, deren Schlüssel wir mit der Erbschuld verloren und den er uns am Kreuz wieder zurück erworben hat. Einst in diese Wohnung zu gelangen, das ist unsere feste Zuversicht, unsere sichere Hoffnung. Wir müssen nur bereit sein, ihm dorthin zu folgen, auch wenn wir auf dem Weg dorthin dem Kreuz nie werden ausweichen können. Er hat versprochen, immer bei uns zu sein. Denken wir einfach daran: Hätte Christus auf seine Rechte als Sohn Gottes gepocht, wir wären nie erlöst worden.



Apropos Barmherzigkeit

Was wäre wohl geschehen, wenn der verlorene Sohn im Gleichnis eines Tages plötzlich auf dem Hof des Vaters aufgetaucht wäre und gesagt hätte: «So, da wäre ich wieder. Jetzt brauche ich zuerst einmal ein warmes Bad, einen anständigen Frass und gute Kleider. Alles andere sehen wir später.»?


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