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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Christus, König, Erlöser

Dir sei Ehre und Preis
13. Januar 2019

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Christ-Koenig,  Kerala

Wenn in unserer Welt die Osterhasen sich schon "in den Startlöchern stehen", auch wenn Weihnachten noch kaum vorbei ist und der Fasching noch nicht einmal richtig begonnen hat, so dürfen wir Christen - so glaube ich - ebenfalls auch jetzt schon beginnen, uns mental auf das eigentliche Fest unserer Erlösung, auf Ostern, das grösste Fest im Jahreskreis vorzubereiten.

Beim Gedanken an den Palmsonntag kam mir plötzlich eine Melodie meiner Jugendzeit in den Sinn und dazu die Worte: "Christus, König, Erlöser, Dir sei Ehre und Preis …" oder ähnlich. Das Lied finde ich in Internet nicht mehr. Habe ich es falsch im Kopf? Wie dem auch sei, es lässt mich nicht los. Und meine Frage ist, glauben wir wirklich noch an Christus, unseren König und Erlöser? Denken wir noch daran, ihm in unserem Gebet und in unseren Gedanken und unserem Handeln Ehre und Preis zu erweisen? Oder ist dies alles dem Paradigmenwechsel von gottzentriert zu menschzentriert zum Opfer gefallen?

1944 wurde in Kanjiracode, Kerala (Indien) eine Statue eingeweiht, welche Christus als unseren König und Erlöser darstellt. Auf einer blauen Halbkugel stehend, trägt den Königsmantel und die Krone. Die rechte Hand ist segnend erhoben. Die Linke umfasst und trägt das Kreuz. Es ist eine Darstellung, wie sie oft für den Auferstandenen verwendet wird. Interessant daran ist, dass sie auf der Brust das Symbol des Heiligsten Herzen zeigt und so die Verbindung zur Herz-Jesu-Verehrung erstellt.

Ich glaube, an dieser Darstellung lässt sich sehr gut das ganze Ostergeheimnis betrachten. So geht - bei all dem sicher wichtigen und richtigen Denken und Reden über die Liebe unseres menschgewordenen Gottes - nicht vergessen, dass Christus wahrhaft Gott und damit wahrhaft der König, unser Herr ist, selbst dann, wenn wir mit Königen und anderen Herrschern in unserer demokratischen Welt sonst nicht viel am Hut haben. So erinnern wir uns leichter daran, dass er sich "aus freiem Willen dem Leiden unterwarf" - um es mit einem Satz aus einem Hochgebet zu sagen. Sein Tod war nicht einfach ein "Betriebsunfall" dieses wunderbaren Menschen, ein Mangel an Klugheit, dieses jüdischen Wanderpredigers, der sich zur Aussage provozieren liess, er sei der Sohn des Hochgelobten, er sei selber Gott. Seine Auferstehung bestätigen uns, dass er dies ist, dass es seine göttliche Liebe zu uns war, welche ihn diesen Weg gehen liess.

Wenn heute das Weihnachtsfest immer mehr das Ostergeheimnis in den Hintergrund drängt, wenn der Mensch Jesus immer mehr wichtiger zu werden scheint als Christus unser Herr und Gott, wenn unser irdisches Heil immer mehr unsere ganze Sorge beansprucht und das ewige de facto als Automatismus verkündet wird, dann dürfen wir zu dieser Herz-Jesu-Statue aufblicken und daran denken: "So sehr hat Gott die Welt geliebt!" Ihm sei Ehre und Preis, und - nicht zu vergessen - Dank.


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