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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Die Spitze des Eisbergs

Die Gottesfrage
27. September 2017

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Wenn ich die verschiedenen Diskussionen in unserer Kirche verfolge, wenn ich lese, was alles für Gründe und Lösungen für all die Probleme aufgezeigt werden, dann beschleicht mich oft das Gefühl, es handle sich dabei immer nur im die Spitze des Eisberges, oder besser gesagt um eine Vielfalt von Spitzen, unter denen ein einziger, riesiger Block in den Fluten versteckt lieg.

Letzthin schrieb ein Bischof von den existentiellen Problemen der Menschen, denen sich die Kirche zuwenden müsse. Was mit diesen existentiellen Problemen gemeint ist, war klar. Der Bischof wollte diese angegangen wissen, bevor wir mit den Menschen über Gott reden. Eine solche Haltung ist je länger je öfter anzutreffen. Die Kirche wendet sich immer mehr jenen „existentiellen Fragen“ zu, welche das Leben hier und jetzt betreffen. Die Frage nach dem ewigen Heil aber schiebt sie immer mehr beiseite. Doch damit schiebt sie auch Gott zur Seite. Oder ist es umgekehrt? Schiebt sie immer mehr Gott zur Seite, und muss nun ihre Existenz damit rechtfertigen, dass sie sich um die irdischen Probleme des Menschen kümmert?

„Die Gottesfrage klopft an die Tür der Ökumene“ Das war, wenn ich mich richtig erinnere, vor Jahren der Titel eines Vortrages. Heute müsste es wohl heissen: „Die Gottesfrage klopft an die Tür der Kirche.“ Ist für uns Gott noch wahrhaft Gott, oder ist er einfach ein Begriff, um den wir nicht herum kommen, wenn wir den Titel Kirche weiter führen wollen? Ist Gott für mich selber noch wahrhaft Gott, ist Christus für mich noch wirklich Christus der Herr und Erlöser, oder brauche ich diesen Jesus nur noch um mich christlich, katholisch nennen zu dürfen? Ich glaube, hier liegt die existentielle Frage für unsere Kirche und für mich selber, wenn wir nicht eines Tages auf den Eisberg auflaufen und untergehen wollen.


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