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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Ein gelungenes Leben

Die Kultur der selbstlosen Liebe
 
25November 2019
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«Versuchen wir, Räume zu schaffen, in der die Kultur der Effizienz und des Erfolgs sich für die Kultur einer unentgeltlichen und selbstlosen Liebe öffnet, die allen und nicht nur denen, die es „geschafft haben“, ein glückliches und gelungenes Leben ermöglicht.»

So schrieb unser Heiliger Vater in seinem Twitter. (@Pontifex_de 23.11.2019) Zwei Fragen stellen sich hier. Einerseits, wie schaffen wir solche Räume und andererseits, was verstehen wir überhaupt unter einem glücklichen, gelungenen Leben.

Für einen Christen hat Leben eine doppelte Bedeutung. Einerseits gibt es das Leben hier und jetzt, das Leben in dieser Welt. Und andererseits sollten wir jenes andere Leben nicht vergessen, zu welchem wir alle unterwegs sind, die Vollendung unseres Lebens im ewigen Reich Gottes. Wenn unser Heiliger Vater hier von jenen spricht, die es «geschafft haben», so meint er damit wohl unser Leben hier und jetzt, welches ein glückliches, gelungenes Leben sein soll.

Ein glückliches Leben hier und jetzt hat viele Gesichter. Jeder Mensch hat seinen eigenen Lebenstraum. Und wie das Wort sagt, es ist immer ein Traum, welcher immer neue Wünsche und Träume gebiert, je mehr er sich erfüllt. Es gibt wohl nur eines, das dem Menschen echtes Glück in dieser Welt verschaffen kann, die Zufriedenheit. Ähnliches lässt sich von einem gelungenen Leben sagen. Jeder Erfolg hier und jetzt schreit sofort nach neuen Erfolgen. Auch hier braucht es Zufriedenheit um zu geniessen, was uns gelungen ist. Das ist auch der Grund, weshalb eine Kultur der Effizienz und des Erfolgs weder ein glückliches noch ein gelungenes Leben zu schenken vermag.

Ob unser irdisches Leben schliesslich ein gelungenes sein wird, das hängt davon ab, ob es uns gelingt unser ewiges Ziel zu erreichen oder nicht. Dazu hilft uns die Kultur einer unentgeltlichen und selbstlosen Liebe. Eine solche lässt sich weder durch Unglück und Leid verbittern, noch durch Misserfolge und Versagen entmutigen. Sie hat ein sicheres Ziel vor Augen, ein Ziel, für das sich vieles lohnt, selbst einen Kreuzweg, wo dieser zu unserem Heil und dem Heil unserer Mitmenschen nötig ist. Sie öffnet uns aber auch die Augen für so manche Taborstunde auf unserem Weg. Sie lässt uns jene wirklichen Erfolge erkennen, welche uns wahrhaft befriedigen. Sie lässt uns spüren, dass der Herr mit uns unterwegs ist. Und sie allein kann uns auch wahren Frieden schenken, weil sie uns den Frieden mit Gott schenkt und den Willen, diesen immer neu zu suchen wo wir uns davon entfernt haben.

Der Raum, in welchem eine solche Kultur möglich wird, sind Glaube, Hoffnung und Liebe. Wo wir diese Tugenden pflegen und so in unsere Welt hinein tragen, bricht ein Strahl des ewigen Glücks in diese Welt hinein, lernen wir, und durch uns unsere Mitmenschen, was ein wahrhaft gelungenes Leben ist. Der erste und immer wieder zu gehende Schritt dazu aber heisst Umkehr, Umkehr zu Gott, unserem Herrn, von dem wir uns oft so leichtfertig entfernen.


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