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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Für wen haltet ihr mich?


Das Ende der Verkündigung?

08. Dezember 2018
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Im Kirchenblatt für römisch-katholische Pfarreien im Kanton Kantons Solothurn, Jahrgang 2018, Nr. 26 haben diesjährigen Firmlinge dem vorgesehenen Firmspender auf die Frage aus dem Matthäusevangelium: "Für wen halten mich die Leute? Für wen haltet ihr mich" geantwortet:

Janic (17Jahre): Für mich ist er der Sohn Gottes, Sinnbild für das Gute und Reine.

Florian (17 Jahre): Ein normaler Mensch, der in nichts anders ist als ein anderer Mensch. Ausser; dass er eine besondere Verbindung zu Gott und für sehr viele Menschen eine Figur der Hoffnung ist.

Dario (17Jahre): Ich halte ihn für den Retter, der uns die Augen öffnete.

Lea (17 Jahre}: Ich halte ihn für jemanden, der seinen Glauben weitergeben möchte.

Maria (16Jahre): Jesus ist Gott in Menschengestalt.

Lorena (17Jahre): Für mich ist Jesus ein Freund, der immer für mich da ist und mir jederzeit zuhört.

Pascale (16 Jahre): Für mich ist Jesus Christus der Mann, der uns Kraft und Liebe, Gerechtigkeit und Glaube, Friede und Gerechtigkeit gibt.

Daria (17Jahre): Für mich ist Jesus eine Verbindung zu Gott, der Friede und Liebe als Botschaft verbreitete.

Lukas (17Jahre): Für mich ist Jesus die Verbindung zu Gott, durch seinen zum Leben erwachten Sohn.

Leider finden sich im fraglichen Artikel keine Angaben über die näheren Umstände dieser "Befragung", insbesondere über deren Zeitpunkt. Auf Grund der Antworten gehe ich davon aus, dass das ganz zu Beginn des Firmkurses gewesen sein muss. Interessant wäre auch zu wissen, wie dieser Firmspender darauf reagiert hat. Schlussendlich sind diese Antworten doch geradezu ein Musterbeispiel dafür, in welchem Zustand sich das Glaubenswissen unserer Jugendlichen gegen Ende des obligatorischen Religionsunterrichts in unserem Bistum befindet. Der Artikel geht auch darauf nicht ein.

So bleibt die Hoffnung, dass sich dieser Firmspender nun ganz energisch dafür einsetzen wird, dass das mangelnde Wissen in der verbleibenden Zeit (und den zukünftigen Jahrgängen) noch vermittelt wird. Mit einem so schwammigen Glauben, auf der Basis eines solchen "moralistisch-therapeutischen Deismus" (um eine Definition aus dem Buch "Option-Benedikt" von Rod Drehe zu verwenden), dürfte das tiefe Geheimnis des Firmsakramentes wohl kaum zu vermitteln sein.

http://www.stefanfleischer.ch/EINZELTEXTE/moralistisch.html



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