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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Großer Gott, wir loben dich

Lob, Dank und Bitte
 
30. März 2020
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 Wenn es früher etwas zu danken gab, dann sang die christliche Gemeinde gerne aus voller Kehle: «Großer Gott, wir loben dich, / Herr, wir preisen deine Stärke. /. Vor dir neigt die Erde sich / und bewundert deine Werke. /. Wie du warst vor aller Zeit, /.so bleibst du in Ewigkeit.»

Wenn heute dieses Lied nicht mehr oft gesungen wird, so lässt sich fragen: «Haben wir heute, gerade in dieser Corona-Zeit, überhaupt noch etwas zu danken?» Darüber liesse sich streiten. Wenn wir aber den Völkerapostel Paulus fragen könnten, so würde er – so glaube ich – antworten: «Was für eine törichte Frage!» «Bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!» (1.Kor 15,36 / Phil 4,6)

Um das geht es doch. Wir haben uns daran gewöhnt alles sorgfältig auseinander zu halten, den Lob, den Dank und die Bitte. Dabei ist doch auch unser Gottesdienst, das Heilige Messopfer, nichts anderes als die Kombination, ja das Ineinanderfliessen von Lob, Bitte und Dank. Interessant wäre es, wieder einmal das ganze Lied, alle elf Strophen, zu lesen und zu betrachten. (zum Beispiel in http://www.kathpedia.com/index.php/Te_Deum) Auch in ihm kommt all das vor, inklusive Schuldbekenntnis. Es wäre einmal eine Doktorarbeit zu vergleichen, wie die einzelnen Zeiten und Konfessionen damit umgegangen sind und umgehen, interessant auch einmal zu beobachten, wie die einzelnen Gestaltenden der Gottesdienste damit umgehen, welche Strophen sie verwenden und welche sie auslassen, wie sie die Akzente setzen oder vernachlässigen.

Am wichtigsten aber wäre es wohl, uns selbst zu fragen, ob unser Glaube immer noch jener katholische, allumfassende Glaube unserer Vorfahren ist. «Divide et impera» (teile und herrsche) wussten schon die alten Römer. In unserem Fall heisst das meines Erachtens: «Lass dir deinen Glauben, dein Leben aus dem Glauben, deine Gottesbeziehung, in einzelne Bereiche aufteilen, und du wirst schnell einmal die Kontrolle darüber verlieren.

Lernen wir also aus der heutigen Krise, uns wieder um einen ganzen, allumfassenden Glauben zu bemühen. Bringen wir «in jeder Lage betend und flehend unsere Bitten mit Dank vor Gott» und vergessen wir dabei das Lob nicht. Dann wird es uns leicht fallen, auch alle anderen Strophen des Liedes zu singen, zum Beispiel: «Heilig, Herr Gott Zebaoth! / Heilig, Herr der Himmelsheere! / Starker Helfer in der Not! / Himmel, Erde, Luft und Meere / sind erfüllt von deinem Ruhm; /.alles ist dein Eigentum.»


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