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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Wozu sind wir auf Erden?

Um Gutes zu tun?
08. Mai 2019
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Irgendwie kamen wir bei einem Gespräch auf das Thema Christsein, Religion und Kirche. Wir hatten nicht die Zeit, ernsthaft darauf einzugehen. Die Aussagen meines Gesprächspartners aber tönten so, also sei für ihn das Wichtigste am Christsein Gutes zu tun. Eigentlich hätte ich hier die Frage ins Spiel bringen müssen: «Wozu sind wir auf Erden?» Aber wie gesagt, die Zeit war knapp und ich nicht schlagfertig genug.

«Wir sind auf der Erde, um Gott zu erkennen und zu lieben, nach seinem Willen das Gute zu tun und eines Tages in den Himmel zu kommen.» antwortet der YOUCAT, der Jugendkatechismus, auf diese Frage. Was mir in diesem Zusammenhang auffällt ist, dass es hier nicht heisst «um Gutes zu tun» sondern «um das Gute zu tun». Ein kleiner, aber nicht unwesentlicher Unterschied. Die meisten Menschen tun Gutes. Das gehört sozusagen zu unserer DNA. Der Christ aber weiss sich verpflichtet «nach Gottes Willen das Gute zu tun». Das bedeutet, dass der Christ nicht sich nicht einfach fragt, ob irgendetwas seiner Meinung nach gut sein oder nicht. Der Christ fragt nach Gottes Willen, nach dem, was in den Augen Gottes das Richtige, das Gute ist, er fragt nach dem Guten schlechthin.

Aus diesem Grund spricht der YOUCAT zuerst davon, dass wir auf Erden seien um Gott zu erkennen und zu lieben. Das ist die Voraussetzung dafür, dass wir nicht einfach Gutes tun, so wie wir es für richtig erachten, sondern dass wir nach Gottes Willen fragen und entsprechend handeln. Das ist dann auch die Voraussetzung dafür, dass wir das letzte Ziel unseres Lebens erkennen und eines Tages in den Himmel kommen. Doch wie oft tun wir nicht Gutes ohne dieses Ziel vor Augen. Wie oft tun wir es zum Beispiel um vor uns selbst, vor den Anderen, vielleicht sogar Gott gut dazustehen. Die Gefahr dabei ist, dass dann auch uns das Wort unseres Herrn gilt: «Sie haben Ihren Lohn bereits erhalten!» (Mt 6,2)


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