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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Habt keine Angst vor der Heiligkeit

Gedanken zu "Gaudete et exsultate"
21. Juni 2018
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"Habt keine Angst vor der Heiligkeit." Dazu ruft uns unser Heiliger Vater im Apostolischen Schreiben "Gaudete et exsultate" auf. Dass er im Rahmen eines solchen Schreibens nicht auf die vielen verschiedenen Definitionen und Unterscheidungen dieses Begriffes eingehen kann, wie er in der Einleitung erklärt, ist durchaus nachvollziehbar.

In einer kleinen Gruppe haben wir begonnen, dieses Schreiben gemeinsam zu lesen und uns darüber auszutauschen. Doch schon am ersten Abend zeigte sich, auch wenn es einige nicht wahr haben wollten, dass dieser Begriff sehr unterschiedliche Bedeutungen haben kann. Wenn wir im beispielsweise "Gloria" beten: "Du allein bist der Heilige" oder wenn Paulus seinen Brief "an die Heiligen in … "adressiert, so liegen dazwischen Welten. Oder wenn wir die Eucharistie das Heilige Messopfer nennen oder von den heiligen Geräten sprechen, das sind dabei nicht nur zwei verschieden Arten der Heiligkeit gemeint. Sie unterscheiden sich z.B. auch von jener Heiligkeit, welche wir Gott zuschreiben.

Papst Franziskus spricht offensichtlich von jener Heiligkeit, zu welcher wir Menschen hier und jetzt, auf unserem Weg durch diese Welt, berufen sind. Auch diese müssen wir unterscheiden von jener Heiligkeit, welche wir einst haben werden, wenn wir unser Ziel erreicht und in das ewige Reich Gottes aufgenommen sein werden. Und vergessen dürfen dabei auch nie, dass nicht jeder Mensch zur gleichen Heiligkeit berufen ist, dass nicht jedem jene Gaben und Gnaden geschenkt sind, welches es braucht um zum Beispiel einst zur Ehre der Altäre zu gelangen einerseits, und andererseits, dass unsere Heiligkeit hier und jetzt immer ein Weg ist, mit Fortschritten und Rückfällen, manchmal auf sonnigen Höhen der Freude am Glauben, aber auch manchmal "im finsteren Tal" des Zweifels und der Anfechtung.

Ich glaube, wenn wir uns all dessen wirklich bewusst werden, dann werden wir auch keine Angst mehr haben vor der Heiligkeit, zu der wir, jeder ganz persönlich, berufen sind. Dann werden wir auch das Schreiben unseres Heiligen Vaters mit grossem Nutzen lesen.


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