Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Wenn ihr betet

  Lk 11,2
 

Wir beten Dich an und sagen Dir Dank

08. Februar 2019
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Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, / dein Name werde geheiligt. / Dein Reich komme.

Eine Ordensschwester hat mir vor ein paar Jahren einmal erzählt, für die Fastenzeit jenes Jahres hätte sie sich vorgenommen, jeden Tag den Kreuzweg zu beten. Das kam mir in den Sinn, als mir jüngst plötzlich auffiel, wie schnell doch die Zeit seit Weihnachten vergangen und wie bald schon wieder die Fastenzeit beginnen wird. Ob ich es dieses Jahr auch einmal mit diesem Vorsatz versuchen soll?

Als ich mir das überlegte, da liess mich jener einleitende Satz für die einzelnen Stationen, welcher früher nie fehlen durfte, nicht mehr los: "Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und sagen Dir Dank. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöst." Dann erinnerte ich mich aber auch sofort an das, was der Völkerapostel schreibt: "Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!" Und natürlich durfte nun auch die andere Schriftstelle nicht fehlten: "Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, / dein Name werde geheiligt. / Dein Reich komme."

Ja, wenn wir beten, fallen wir dann nicht sehr leicht in die Versuchung einfach zu sagen: "Herr, gibt!" Natürlich, selbst der Herr lehrte uns zu beten: "Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen." (Lk 11,3 / Mt 6,11) Es kommt darauf an, mit welcher Gesinnung wir an das Gebet heran gehen. Das Gebet, das der Herr uns gelehrt hat, beginnt mit der Anbetung und der Ergebung in Gottes Willen. Und Paulus ermahnt uns, betend und flehend unsere Bitten vor Gott zu bringen, aber mit Dank. Was heisst das konkret für uns, für mich? Etwas provokativ liesse sich vielleicht sagen: "Du sollst beim Beten Gott nicht vergessen!" Oder anders ausgedrückt: "Lob, Dank, Bitte, Dank und Lob sind der beste Gebetsaufbau." Sollte ich mir vielleicht für diese Fastenzeit einfach vornehmen, mich zu bemühen, die Struktur meines Betens wieder mehr diesem Grundsatz anzupassen?

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