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Geistesblitze - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Die Nähe Gottes

und das Kreuz

16. Dezember 2018
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Es war eine sehr schöne und gute Predigt heute über die Freude, welche die Nähe Gottes uns schenkt. Und doch machte sie mich irgendwie traurig und ratlos.

Vor einigen Tage suchte ich irgendetwas im Internet. Dabei stiess ich zufällig wieder einmal auf die Worte unseres Heiligen Vaters, Papst Franziskus, in seiner ersten Predigt nach der Wahl an die Kardinäle: "Wenn wir ohne das Kreuz gehen, wenn wir Christus ohne Kreuz bekennen, sind wir nicht Jünger des Herrn: Wir sind weltlich, wir sind Bischöfe, Priester, Kardinäle, Päpste, aber nicht Jünger des Herrn."

War das vielleicht einfach so ein Schnellschuss aus der Hüfte, wie wir sie hin und wieder von ihm hören? Einerseits scheint es so. Er selbst bringt- soweit ich dies beobachte - das Kreuz Christi nur sehr selten ins Spiel. Andererseits lässt mich seit einiger Zeit die Frage nicht los, ob nicht gerade dies einer der tiefen Gründe unsere heutigen Kirchenkrise ist, dass wir zwar die Nähe, die Liebe und Barmherzigkeit Gottes suchen und verkünden, aber bitte ohne das Kreuz, ohne das Kreuz Christi und ohne unser Kreuz. Wir suchen die Befreiung aus allem und jedem, aber wenn die Sprache auf die Erlösung kommt, jener Erlösung, welche Christus für uns mit seinem Tod am Kreuz bezahlt hat, dann heisst es sofort: «Darüber wollen wir dich ein andermal hören!» Und unsere Kirche lässt sich das Maul verbieten.



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