Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Eine neue Erde

  2.Petr 3,13-14
 
erwarten und bemühen

11. Februar 2020
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Dann erwarten wir, seiner Verheißung gemäß, einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt. Weil ihr das erwartet, liebe Brüder, bemüht euch darum, von ihm ohne Makel und Fehler und in Frieden angetroffen zu werden.

Wie oft ist heute nicht die Rede von jenem Reich Gottes, das wir aufzubauen, oder an dem wir zumindest zu arbeiten hätten. Dann beruft man sich gerne auf diese Stelle im 2. Petrusbrief, wo es um einen neuen Himmel und eine neue Erde geht. In dieser aber ist nicht davon die Rede, dass wir ein solches Reich schon hier und jetzt oder gar allein schaffen müssten. Wir müssen es erwarten.

Wenn wir dieses dritte Kapitel des zweiten Petrusbriefes ganz lesen, so beginnt es damit, dass wir daran erinnert werden: «Vor allem sollt ihr eines wissen: Am Ende der Tage werden Spötter kommen, die sich nur von ihren Begierden leiten lassen und höhnisch sagen: Wo bleibt denn seine verheissene Ankunft?» (2.Petr. 3,3) Heute würde es wohl heissen: «Wo bleibt denn diese neue Welt?» «Der Herr zögert nicht mit der Erfüllung der Verheissung, wie einige meinen, die von Verzögerung reden; er ist nur geduldig mit euch, weil er nicht will, dass jemand zugrunde geht, sondern dass alle sich bekehren.» erläutert uns der Apostelfürst und fährt fort: «Der Tag des Herrn wird aber kommen wie ein Dieb. Dann wird der Himmel prasselnd vergehen, die Elemente werden verbrannt und aufgelöst, die Erde und alles, was auf ihr ist, werden nicht mehr gefunden.» (2 Petr 3,9-10)

Das heisst für uns Christen aber ganz sicher nicht auf dem Stühlchen zu sitzen und in Hoffnung oder gar Furcht der Dinge zu harren, die da kommen sollen. Das wäre jenes «Verdrehen dieser Stelle ebenso wie der übrigen Schriften zu unserem eigenen Verderben.» (Vers 16) Vielmehr gilt: «Wenn sich das alles in dieser Weise auflöst: wie heilig und fromm müsst ihr dann leben, den Tag Gottes erwarten und seine Ankunft beschleunigen!» (Vers 11) und dann nochmals: «Weil ihr das erwartet, liebe Brüder, bemüht euch darum, von ihm ohne Makel und Fehler und in Frieden angetroffen zu werden.» (Vers 14)

Ich glaube, dieses «Bemüht euch!» ist der Schlüssel zu diesem Text, ja irgendwie zur ganzen Frohbotschaft unseres Herrn. Es geht nicht darum, dass wir selbst etwas schaffen. Es geht nicht einfach nur um das menschlich Machbare. Es geht darum «heilig und fromm zu leben» und «von ihm ohne Makel und Fehler und in Frieden angetroffen zu werden», wenn er wiederkommt. Und auch dabei gilt: «An Gottes Segen ist alles gelegen!»

Konkret, die erste und eigentliche Aufgabe von uns Christen ist es, aus Liebe zu Gott, im Vertrauen auf Christus unseren Herrn und Erlöser und in der Kraft des Heiligen Geistes, unseren Weg durch dieses Leben zu gehen, an dem Platz und mit jener Aufgabe, welche Gott uns zugeteilt hat. Es geht darum uns zu bemühen, in treuer Pflichterfüllung das Gute zu tun und das Böse zu meiden. Damit bauen wir nachhaltiger an einer besseren Welt als durch noch so viele schöne Worte oder gar Forderungen und noch so viele grossartige Taten. Denn in einer solchen «Alltagsheiligkeit» können wir darauf vertrauen, dass Gott uns alles andere dazugeben wird. (vgl Mt 6,33)



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