Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Die Pastoral

  Mt 28,18-20

unser Auftrag?

21. Mai 2019
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Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

In unserer heutigen Kirche scheint die Pastoral den Vorrang vor allem anderen zu haben, vor der Liturgie, vor den Sakramenten und vor der Verkündigung. Wenn wir jedoch den Auftrag Jesu nach seiner Auferstehung an seine Jünger bedenken, so lässt sich diese Einseitigkeit sicher nicht rechtfertigen. Die kurze Rede, welche uns Matthäus überliefert hat, beginnt mit Worten: "Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde." Damit zeigt sich Christus als der Herr. Sein Auftrag ist nicht einfach eine Empfehlung. Jedes Wort darin ist ein Wort des Herrn. Keines darf vernachlässigt oder gar vergessen werden. Und keines ist wichtiger als das andere.

"Darum geht zu allen Völkern" Dieser Auftrag ist universell. Er ist nicht abhängig von einzelnen Völker oder Rassen, von bestimmten Zeiten oder Kulturen. Selbst wenn wir in einem ganz bestimmten Umfeld stehen, in einer konkreten Situation unseren Auftrag als Christen wahrnehmen, müssen wir ihn katholisch, allumfassend verstehen und erfüllen.

"und macht alle Menschen zu meinen Jüngern;" Ziel unserer Anstrengungen ist nicht zuerst eine bessere Welt, nicht einfach Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Ziel ist immer jeder einzelne Mensch, seine Jüngerschaft, und sein wahres Ziel, das Reich Gottes, hier und jetzt soweit dies möglich ist, doch primär und uneingeschränkt einst in der ewigen Heimat, am Ende unseres Pilgerweges durch diese Zeit.

"tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes", Es geht also darum, alle Menschen in die Gemeinschaft mit Christus einzugliedern und ihnen die Gaben und Gnaden zu vermitteln, welche der Herr uns zu schenken in diese Welt gekommen ist. Da ist zuerst die Taufe zur Vergebung der Sünden, dann die Heilige Eucharistie als Unterpfand der ewigen Herrlichkeit. Da ist die Gabe des Heiligen Geistes, welcher uns in die ganze Wahrheit einführt und uns so Weisheit und Kraft auf unserem Lebensweg schenkt. Da sind die Vergebung unserer persönlichen Sünde und Schuld im Sakrament der Busse und dann auch all die anderen Gnaden und Heilmittel, welche uns die Kirche schenken kann und darf.

"und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe". Hier erst kommt die Pastoral im eigentlichen Sinn ins Spiel. Hier ist dann auch der Auftrag angesiedelt, uns um die Umstände zu kümmern, unter denen der Mensch in Friede, Freude und Dankbarkeit seinen Weg auf das ewige Ziel hin gehen kann. Hier geht es nun direkt um die zwischenmenschlichen Beziehungen, die soziale Gerechtigkeit, die Bewahrung der Schöpfung und alles andere, was diesen Weg für uns und unserer Nächsten leichter und zielführender macht. Doch hier ist die Gefahr besonders gross, dass wir vergessen: "Euch aber muss es zuerst um SEIN Reich und um SEINE Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.» (Mt 6,33)

"Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt." All das, unseren ganzen, umfassenden Auftrag als Christen, können wir nicht allein, aus eigener Kraft und eigenem Wissen tun. Der Herr muss bei uns bleiben, oder besser gesagt, wir müssen uns bemühen immer bei ihm zu bleiben, alles mit ihm und für ihn zu tun.


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