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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Wir brauchen einen Perspektivenwechsel

Welchen Perspektivenwechsel brauchen wir?
23. September 2017

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An seiner Pressekonferenz vom 20 September 2017 erklärte der Bischof von Aachen, Helmut Dieser, „Wir brauchen einen Perspektivenwechsel“. Er bezog dies auf seine Feststellung, man könne das früher gewohnte Gemeindeleben heute nicht mehr aufrechterhalten. Deshalb plädierte er dafür, nicht mehr nur von der Gemeinde und ihren Strukturen her zu denken, sondern vom Einzelnen her. Für die Kirche komme es darauf an, mit dem Menschen zunächst einmal nicht mehr über Gott, sondern über ganz existentielle Fragen ins Gespräch zu kommen.

Diese Art von Perspektivenwechsel ist verschiedenenorts schon seit längerem zu beobachten. So deutlich wie hier wurde er aber bisher kaum je ausgesprochen: Die ganz existentielle Frage des Menschen ist nicht mehr Gott. Ihm eine Antwort auf diese Frage zu geben ist nicht mehr eine der vordringlichsten Aufgabe der Kirche. Wichtig ist zuerst einmal das eigene Ich des Menschen, sein menschliches, irdisches Heil.

Ist das der neue Weg, den die Kirche heute zu gehen hat? Ist das die richtige Reaktion auf „sinkende Zustimmungsraten und abnehmende Mitgliederzahlen“? Oder wäre nicht ein ganz anderer Perspektivenwechsel nötig, jener, zu dem schon Jesaia das Volk Israel aufrufen musste: „Kehrt um zum Herrn, ihr Israels Söhne, zu ihm, von dem ihr euch so weit entfernt habt!“? (Jes 31,6)


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