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Geistesblitze - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Wie man den Herrn verehren muss

Ein Problem der Verkündigung

23. Juni 2020
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Der König von Assur brachte Leute aus Babel, Kuta, Awa, Hamat und Sefarwajim in das Land und siedelte sie anstelle der Israeliten in den Städten Samariens an. Sie nahmen Samarien in Besitz und ließen sich in seinen Städten nieder. Die neue Bevölkerung kam aus dem Osten und Norden. In der ersten Zeit, in der sie dort wohnten, erwiesen sie dem Herrn keine Verehrung. Er schickte deshalb Löwen unter sie, die manche von ihnen töteten. Da meldete man dem König von Assur: Die Völker, die du weggeführt und in den Städten Samariens angesiedelt hast, wissen nicht, wie man den Landesgott verehren soll. Er hat daher Löwen unter sie gesandt, von denen sie getötet werden, weil sie nicht wissen, wie man den Landesgott verehren soll. Da befahl der König von Assur: Bringt einen von den Priestern zurück, die ihr von dort weggeführt habt. Er soll zu ihnen gehen, bei ihnen wohnen und sie belehren, wie man den Landesgott verehren soll. So kam einer von den Priestern zurück, die man aus Samarien weggeführt hatte. Er ließ sich in Bet-El nieder und belehrte sie, wie man den Herrn verehren müsse. (2.Kön 17,24-28)

Man kann über diese Schriftstelle hinweggehen als eine vielleicht für den Historiker interessante Aussage. Aber für heute? Man kann sich aber auch an Paulus erinnern, welcher sagt: «Und alles, was einst geschrieben worden ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben,» (Röm 15,4) Und dann stellt sich dem aufmerksamen Beobachter unserer Zeit doch die Frage: «Wer schickt uns heute Priester, welche uns wieder lehren, wie wir den Herrn verehren müssen?» Sicher, wir haben (noch) Priester des Herrn unter uns. Warum aber erweisen dann so viele Christen heute dem Herrn keine wahre Verehrung mehr? Warum wird die Anbetung oft nur noch in kleinen Gruppen gepflegt? Warum kennen viele Christen heute kaum noch die Grundgebete unserer Kirche. Warum verkommt die Heilige Eucharistie immer mehr für viele zum gesellschaftlichen Event, zum «Clubanlass» um es einmal «cum grano salis» zu sagen?

Bitte wir also den Herrn, er möge uns wieder Priester senden, welche uns belehren, wie wir den Herr in Tat und Wahrheit verehren müssen, und dabei nicht vergessen uns zu sagen, dass Gott immer zuerst einmal Gott ist. Gott wahrhaft verehren können wir nämlich nur, wenn wir ihn wahrhaft als Gott anerkennen. Und seine unendliche Liebe zu uns lernen wir erst dann wirklich schätzen, wenn wir diese als die Liebe unseres einzig wahren, personalen und in der Geschichte handelnden Gottes sehen. Gott wahrhaft verehren können wir nur, wenn wir wahrhaft glauben.



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