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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Verliebt in Jesus


Du sollst den Herrn, dienen Gott, lieben
07. Oktober 2017
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Es gibt verschiedene theologische Richtungen heute, welche ihren Anhängern ein „verliebt sein in Gott“ versprechen  oder lehren wollen. Für mich ist das ein gefährlicher Weg, wenigstens wenn wir „verliebt sein“ so verstehen, wie es dem normalen Sprachgebrauch entspricht.

Ich selber habe „verliebt sein“ als etwas Wunderbares erlebt, in der Zeit vor der Ehe, auch in der Ehe immer wieder, und am Schluss, als mein an Alzheimer erkrankter Schatz sich kaum noch ausdrücken konnte und hin und wieder in einem Arm auf den Sofa zufrieden eingeschlafen ist. Aber das waren immer nur Momente. Wahre Liebe ist auf Dauer angelegt. Oft erwächst sie aus der Verliebtheit. Sie ist aber in ihrem Wesen ein bewusster Willensakt. Und nur sie kann – nach meiner Erfahrung – z.B. die eheliche Treue sichern, in guten und in bösen Tagen.

Meine Liebe zu Gott versuche ich ebenfalls als bewussten Willensakt zu leben. Wenn mir Gott dabei gute Gefühle schenkt, dann sei ihm Lob und Dank dafür. Wenn nicht, dann heisst es eben: „Dein Wille geschehe!“ Eine solche Haltung aber scheint mir nur möglich, wenn ich den Abstand zwischen mir und ihm, meinem Herrn uns Schöpfer, anerkenne, was mich dann umso dankbarer für seine Liebe macht.

Wenn ich mich aber einfach auf diesen Jesus fokussiere, wenn für meine Seine Gottheit nebensächlich wird, wenn es zuerst um meine Gefühle, meine Selbstverwirklichung geht, wenn ich mich nicht mehr als Diener dieses höchsten Gottes verstehe, der in allem den Vorrang hat, dessen Wille allein entscheiden ist, dann habe ich eine Religion für die guten Tage meines Lebens. In den schlimmen Tagen allerdings riskiere ich – auch das ist meine Erfahrung - , dass mir der Boden unter den Füssen weggeschwemmt wird.



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