Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Die zwei Wege

  Mt 7,13-14
Du musst Dich entscheiden

14. Dezember 2018
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Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng und der Weg dahin ist schmal und nur wenige finden ihn.

"Eins, zwei oder drei, Du musst Dich entscheiden." hiess einst eine Serie im Kinderfernsehen. "Ob Du aber richtig stehst, siehst Du, wenn das Licht angeht." füge der Moderator jeweils hinzu, wenn er diese Aufforderung sprach. "Der breite Weg oder der schmale Weg, Du musst Dich entscheiden." scheint uns der Herr in diesem Gleichnis von den zwei Wegen zu sagen. Ob wir schlussendlich richtig stehen, werden wir sehen, wenn dann das Licht angeht, wenn der Herr in seiner Herrlichkeit kommt.

Natürlich, ganz so einfach ist die Sache auch wieder nicht. Zum einen: Unser Leben ist kein Spiel, bei welchem "teilnehmen vor dem Sieg" kommt, um es einmal "olympisch" auszudrücken. Dazu sind die verschiedenen Aussagen der Schrift viel zu deutlich. Wenn der Herr zum Gericht erscheint, dann spielt es eine für alle Ewigkeit entscheidende Rolle, ob wir richtig stehen oder nicht. Dann gibt es aber auch nicht nur einen "Gewinner" und alle andere sind unter "ferner liefen" oder gar unter den Verlierern. "Richtig stehen" werden alle, welche sich ehrlich bemühten, den richtigen Weg zu gehen. Falsch stehen werden alle, welche bis zuletzt Gott ihr "Ich will nicht!" entgegen geschleudert haben.

Zum anderen: Es handelt sich auch nicht um einen Entscheid, den wir mehr oder weniger unvorbereitet ein für alle Mal zu treffen haben. Die beiden Wege laufen in unserem Leben parallel, um einmal beim Bild zu bleiben. Und sie sind durchlässig. Solange wir leben können wir von einem auf den anderen wechseln und auch wieder zurück. Entscheidend ist -wie es einmal ein Prediger ausdrückte – dass wir beim Verlassen dieser Welt den letzten und endgültigen Entscheid für die enge oder breiter Pforte, für oder gegen Gott, richtig treffen. Und dieser Entscheid wird umso leichter und sicherer richtig ausfallen, wenn wir uns immer ehrlich bemühten, auf dem rechten Weg zu bleiben, das rechte Ziel vor Augen zu halten und immer sofort wieder umzukehren, wenn wir merken, dass wir auf den falschen Weg geraten sind.

Auf diesem Weg haben wir auch immer wieder Wegweiser und Entscheidungshilfen. Eine davon legt uns der Herr in diesem Gleichnis vor: Wo unser Weg zu breit, zu bequem, zu schnell wird, da ist Besinnung und wenn nötig Umkehr angesagt. Wo der Weg hingegen anspruchsvoll ist, eng, vielleicht sogar steil und beschwerlich, dürfen wir das als Zeichen sehen, dass wir richtig gehen. Oder wie einmal jemand geschrieben hat, wo wir auf unserem Weg dem Kreuz begegnen, unserem Kreuz, und in ihm dem Kreuz Christi und seiner Erlösung, sind wir auf dem richtigen Weg.

Und hier sind wir beim dritten: Christus ist Mensch geworden, um uns aus unseren Sünden zu erlösen. Wo wir diese Erlösung in unserem Leben immer und immer wieder dankbar annehmen, da dürfen wir vertrauen, dass wir sie auch im Augenblick des letzten Entscheides nicht abweisen werden, dass wir auch dann die barmherzige Hand unseres Heilandes erkennen und ergreifen, welche er uns aus der engen Pforte entgegen streckt, und uns nicht von all den Irrlichtern rund um das weite Tor werden blenden lassen. Übung macht den Meister! Ist es vielleicht das, was uns der Herr mit diesem Gleichnis sagen will?

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