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Du hast mich, Herr, gerufen!

ein Beitrag zur "Hochzeitszeitung"
anlässlich der Profess unserer Tochter
Schwester M. Gabriela in Sarnen 2002



  

Unsere liebe Schwester Gabriela. So nennen wir dich, unsere Tochter Sara, nun schon drei Jahre, seit dem Tag deiner zeitlichen Gelübde, seit dem Tag, an dem du vor Gott und der Kirche dein Ja ge­sprochen hast, "Ja, Herr, Du hast mich gerufen!" Damals hast du versprochen, vorerst für drei Jahre, getreu nach den evangelischen Räten und der Regel des Heiligen Benedikt zu leben. Heute trittst du wieder an den Altar um dein Versprechen zu erneuern, diesmal für immer. Du hast deinen Weg gefunden. Du hast deinen Beruf an den Nagel gehängt um deiner Berufung, dem Ruf Gottes, zu folgen. Dazu wünschen wir dir von Herzen Kraft und Mut und ganz besonders jene Freude und jenen Friede, die nur die Übereinstimmung mit dem Willen Gottes schenken kann. 

Gott ruft! Gott ruft jeden von uns auf einen ganz persönlichen Weg mit ihm und zu ihm. Und Gott ruft einzelne auf einen ganz besonderen Weg, in eine noch viel intensivere Nachfolge unseres Herrn. Gott ruft oft auf ganz unerwartete Art und Weise. "Alles begann damit, dass meine Schwester und ich Pfingsten einmal anders erleben wollten." So erzähltest du in einem Vortrag an der landwirtschaftlich - hauswirtschaftlichen Schule in Langenthal deinen Mitschülerinnen. Eigentlich war es Rita, die diesen Wunsch äusserte. Und du warst einfach bereit, mit zu gehen. Gottes Ruf war also für dich zuerst einmal der Ruf, mit und für andere da zu sein, mit ihnen einen Weg auf Gott hin zu gehen. Weil du dazu Ja gesagt hattest konnte dich das Interesse am Klosterleben packen, konnte sich der Frage aufdrängen: "Warum nicht auch ich? Wäre nicht das ein Weg für mich, mein Lebensweg?" Deine Bereitschaft für andere erlaubte es Gott, dich aus diesem "einmal etwas anderes" in ein "ganz anderes Leben" zu rufen. 

Dieser Weg war nicht an deiner Wiege vorausgesagt worden. Auch in deinem bisherigen Leben deutet nichts auf einen solchen Entscheid hin. In der Schule wie in der Pfadi musstest du dich durchsetzen. Auch in der Lehre und im Beruf als Uhrmacherin wurde dir nichts geschenkt. Du liebtest die Natur. Du träumtest von einem Bauern als Mann und einem Hund und natürlich von Kindern. Deshalb besuchtest du ja auch die Schule im "Waldhof". Dann aber kam dieses "andere Pfingsten", und damit das Interesse für das Klosterleben. Es folgten weitere Besuche im Kloster, einmal auch Ferien dort, und schlussendlich Dein Entscheid: "Ich will es versuchen. Ich will wissen, ob dies der Ruf Gottes für mich ist!" 

Damals begann für dich ein neuer Weg, der Weg über die Kandidatur, die Einkleidung, das Noviziat, die zeitlichen Gelübde bis zum heutigen, endgültigen Entscheid, der wiederum nichts anderes ist als ein neuer Anfang auf dem Weg mit Gott und zu Gott. Auf diesen Weg möchten wir dir ein Gebet mitgeben, das wir einmal gefunden haben. Es ist eine Meditation zur Opferung in der heiligen Eucharistie: 

 

Wir bringen Dir, Gott, unsere Gaben, Brot und Wein, 
Dein Ge
schenk an uns und was wir daraus gemacht haben. 
Du nimmst sie an
und schenkst sie uns wieder als das,
was Du daraus machst, 
den Leib
und das Blut unseres Herrn Jesus Christus.

 
Wir bringen Dir, Gott, unsere Gaben, uns selbst, 
unser Leben und was wir daraus gemacht haben. 
Nimm es an und schenke es uns wieder als das, 
was Du daraus
machst, 
ein Leben mit Dir hier und jetzt 
und ein Leben in Dir einst in Deiner göttlichen Herrlichkeit."

 

Deine Eltern

 

 

 
 
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