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Unsere
liebe Schwester Gabriela. So
nennen wir dich, unsere Tochter
Sara, nun schon drei
Jahre, seit
dem Tag deiner
zeitlichen Gelübde,
seit dem Tag, an dem du
vor Gott
und der Kirche dein Ja gesprochen hast, "Ja, Herr, Du
hast mich
gerufen!" Damals hast du versprochen,
vorerst für drei Jahre, getreu nach den evangelischen Räten und der Regel
des Heiligen Benedikt zu
leben. Heute trittst du wieder an den Altar um dein Versprechen zu erneuern, diesmal
für immer.
Du hast deinen Weg gefunden. Du hast deinen Beruf an
den Nagel
gehängt um deiner Berufung, dem Ruf Gottes, zu
folgen. Dazu
wünschen wir dir von Herzen Kraft und Mut und ganz
besonders jene
Freude und jenen Friede, die nur die
Übereinstimmung mit dem Willen Gottes schenken
kann.
Gott ruft!
Gott ruft jeden von uns auf
einen ganz persönlichen Weg mit ihm
und zu
ihm. Und Gott ruft einzelne auf einen ganz besonderen Weg, in
eine noch viel intensivere Nachfolge
unseres Herrn. Gott ruft oft auf ganz unerwartete Art und
Weise. "Alles begann damit, dass
meine
Schwester und ich Pfingsten einmal anders erleben wollten." So
erzähltest
du in einem
Vortrag an der landwirtschaftlich
- hauswirtschaftlichen Schule in
Langenthal deinen
Mitschülerinnen.
Eigentlich war es Rita, die diesen Wunsch äusserte. Und du warst
einfach bereit, mit zu gehen.
Gottes Ruf
war also für dich zuerst
einmal der Ruf, mit und
für andere da zu sein, mit ihnen einen
Weg auf
Gott hin zu gehen.
Weil du
dazu Ja gesagt hattest
konnte dich das
Interesse am Klosterleben
packen,
konnte sich der
Frage aufdrängen:
"Warum nicht
auch ich? Wäre nicht das ein
Weg für mich, mein Lebensweg?" Deine Bereitschaft für
andere erlaubte es
Gott, dich aus diesem "einmal etwas anderes" in ein "ganz
anderes Leben" zu rufen.
Dieser
Weg war nicht an deiner Wiege vorausgesagt worden. Auch in deinem
bisherigen
Leben deutet nichts auf einen solchen Entscheid hin. In der Schule wie
in der
Pfadi musstest du dich durchsetzen. Auch in der Lehre und im Beruf als
Uhrmacherin wurde dir nichts geschenkt. Du liebtest die Natur. Du
träumtest von
einem Bauern als Mann und einem Hund und natürlich von
Kindern. Deshalb
besuchtest du ja auch die Schule im "Waldhof". Dann aber kam dieses "andere
Pfingsten", und damit das Interesse für das Klosterleben. Es folgten
weitere Besuche im Kloster, einmal
auch
Ferien dort, und schlussendlich Dein Entscheid: "Ich will
es
versuchen. Ich will wissen, ob
dies der Ruf
Gottes für mich ist!"
Damals
begann für dich ein neuer Weg,
der Weg über die Kandidatur,
die Einkleidung,
das Noviziat,
die zeitlichen
Gelübde bis zum
heutigen, endgültigen Entscheid, der wiederum nichts
anderes
ist als ein neuer Anfang auf dem Weg mit Gott und zu Gott.
Auf
diesen Weg möchten wir dir ein Gebet mitgeben, das wir
einmal gefunden
haben. Es ist eine Meditation zur
Opferung in der heiligen Eucharistie:
Wir bringen
Dir, Gott, unsere Gaben,
Brot und Wein, Dein
Geschenk
an uns und was wir daraus
gemacht haben. Du nimmst sie an und
schenkst sie uns wieder als das, was
Du daraus machst, den Leib und das
Blut unseres Herrn Jesus Christus. Wir bringen
Dir, Gott, unsere Gaben, uns selbst, unser Leben und
was wir daraus
gemacht haben. Nimm es an und schenke es uns wieder
als
das, was Du daraus machst, ein
Leben mit Dir hier und jetzt und ein
Leben in Dir einst in Deiner göttlichen Herrlichkeit."
Deine
Eltern
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