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Mein Handy





 
Ich sitze im Schnellzug auf dem Heimweg. Ringsum im Wagen wird geplaudert, gelacht. Irgendwo läutet ein Handy.

Mein Handy ist schon eine ganze Weile in Betrieb. Die braunen Perlen meines" Zehners", ein Souvenir aus Lourdes, drehen sich langsam an meinem Finger. Niemand wird gestört, und auch im Tunnel fällt die Verbindung nicht aus. Auf der Wellenlänge der regelmässigen "Gegrüsst seist Du, Maria" bin ich in Verbindung mit Gott, meinem Schöpfer. Draussen, wenn der Blick nicht einfach am Nächstliegenden klebt, zieht majestätisch die grossartige Schöpfung vorbei. "Dein ist das Reich, und die Kraft, und die Herrlichkeit, Vater unser!" Ich denke an den heutigen Tag. Es gab Ärger. Ich habe mich aufgeregt. Ich habe nicht besonders gut über diesen und jenen geredet, und schon gar nicht gedacht. "Verzeih uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben." Eine Kapelle zieht an meinem Blick vorbei. "Ave Maria." Ich bin müde und hungrig. "Unser tägliches Brot gib uns heute." Morgen sollte ich den Brief beantworten, der zu Hause auf meinem Pult liegt. Ich sollte dem Absender den "Grund meiner Hoffnung" erklären. "Den Du, o Jungfrau zu Elisabeth getragen hast." Warum mische ich mich überhaupt ein, warum stelle ich mich zwischen die Fronten? "Dein Reich komme." Aber ich habe Probleme, Probleme mit mir selbst, Probleme mit Mitmenschen. Ich bin manchmal so müde und im Grunde genommen einsam. "Der für uns Blut geschwitzt hat." Doch jene Begegnung heute und jener kurze Moment am See, als die Sonne kurz durch die Wolken brach und eine Möwe in ihrem ganzen Weiss erstrahlen liess. Das hat gut getan. "Ehre sei Dir und Dank, Gott, Allmächtiger, Dreifaltiger!"

"Nächster Halt: Biel" ertönt es im Lautsprecher. Sorgfältig packe ich mein Handy ins Seitenfach des Schlüsseletuis. Dort ist es immer bei mir. Habe ich gebetet? Sicher nicht, wenn man Beten als Leistung vor Gott oder für Gott versteht. Ich habe mich entspannt. Ich habe zu meinem Gott gesprochen, wie ein Kind, dass seinem Vater alles erzählt, den ganzen Tag, alles Schöne und alles Leide, wenn jener nach Hause kommt. Das Kind redet und redet. Was der Vater redet, das hört es vielleicht, doch es hört kaum zu, so wie ich heute. Doch was Vater gesagt hat, das bleibt irgendwo im Hinterkopf, das wird irgend einmal wieder auftauchen, wenn es nötig wird. Ob es wirklich ich war, der Gott "angerufen" hat? Hat nicht vielleicht er mich angerufen und ich habe nur geantwortet, so wie man einen Telefonanruf abnimmt und dann im Plaudern stecken bleibt? Vermutlich war es so. Herr, rufe mich immer wieder an. Es ist so heilsam, mit dir zu plaudern!



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